Leitbulle wiegt 1,4 Tonnen

Bisons grasen am Bollert: Sven Tilchs Herde hat 16 Tiere

Attraktion am Bollert: Dort ist eine Bison-Herde zu sehen. Schilder am Zaun warnen vor den Gefahren. Denn es handelt sich um Wildtiere. Fotos: Röber

Der Solling ist um eine Tierart reicher. Denn am Bollert grasen jetzt Bisons. Die 16 Wildrinder mit einem imposanten 1,4 Tonnen schweren Leitbullen gehören Sven Tilch.

Der aus Schlarpe stammende Betreiber von mehreren Senioren- und Pflegeheimen in Südniedersachsen hat die Herde aus dem Sauerland übernommen und ist jetzt unter die Viehzüchter gegangen.

Seit 26 Jahren schon ist er Nebenerwerbslandwirt, berichtet Tilch nicht ohne Stolz von seinen landwirtschaftlichen Aktivitäten. „Wir haben immer Tiere gehabt“, sagt er und meint mit Wir seinen Vater und sich.

Schon vier, fünf Jahre habe er sich Gedanken gemacht, was er auf seinen Wiesen unterhalb des Senioren- und Pflegeheims Haus Eden am Fuße des Bollerts halten könne. Eine robuste Tierart sollte es sein. Highlander? Gibt es schon so viele in der Gegend. In dieser Zeit wurde er gewahr, dass ein Viehhalter im Sauerland Bisons verkauft. Der habe niemanden gehabt, der die Herde übernehmen wollte, als er sich jetzt zur Ruhe setzen wollte.

Tilch nahm die ganze Herde 

Das war die Stunde von Sven Tilch: Er nahm ihm alle 16 amerikanische Wildrinder ab. Jetzt kamen sie nach einem mehrstündigen Transport im Lkw in ihrer neuen Heimat an.

Unter behördlicher Aufsicht von Amtstierarzt Dr. Siegfried Orban wurden die Bisons abgeladen. Orbans Urteil über die Tiere fiel positiv aus. Ihr zwei Hektar großes Areal wird nach Angaben von Tilch noch auf 15 Hektar erweitert. Die Anlage bekommt einen 2,20 Meter hohen Schutzzaun und einen Elektrozaun. Auf dem Gelände befinden sich außerdem Scheuerbaum, eine Stelle mit Sand zum Wälzen und eine Futterstelle. Demnächst wird noch ein Fangstand aufgebaut. Der dient der regelmäßigen Untersuchung der Tiere und zum Schlachten.

Ein bis zwei Tiere pro Jahr werden so verwertet. Da kommt Viehzüchter Tilch zugute, dass er vor kurzem die Schlachterei Wicke in Volpriehausen gekauft und wieder in Betrieb genommen hat. Das edle Bisonfleisch wird dann in der EU-zertifizierten Fleischerei zu haben sein. „Es bleibt alles in einer Hand“, freut sich Tilch.

Die Bisons benötigen vor allem Geduld, weiß Tilch. Die fressen nur Gras und Heu. Was anderes bekommen die nicht und bekomme ihnen auch nicht, berichtet Tilch. Deshalb dauere es, bevor die Tiere ausgewachsen sind. Aus der Herde sind fünf Kühe trächtig. Sie kalben im August.

Viele Zaungäste 

Die Ankunft der neuen Wildtiere auf den Wiesen unterhalb des Bollerts hatte sich schnell rumgesprochen. Viele Zaungäste kamen vorbei, allein am Sonntag sollen es 150 gewesen sein, die sich ein Bild von den imposanten Bisons machten. Dagegen hat Sven Tilch nichts einzuwenden, gibt aber zu bedenken, sich unbedingt an Regeln zu halten, schließlich sind es Wildtiere.

Regeln am Gehegen beachten 

Sven Tilch legt allen Zaungästen an seinem Bison-Gehege Verhaltensregeln nahe: Besucher sollten keinen Lärm machen, Hunde anleinen und die Bisons nicht füttern sowie nichts in das Gehege schmeißen. Es handele sich um wilde Tiere und die sind damit nicht zu unterschätzen, sagt Sven Tilch. Ein Bison kann übrigens eine Geschwindigkeit von bis zu 60 km/h erreichen. (fsd/gö)

Herde mit 16 Bisons am Bollert zu Hause

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