Größere Weidefläche

Blick auf urwüchsige Tiere: Am Rand von Silberborn weiden Heckrinder

Beweidungsprojekt: Ideale Lebensbedingungen finden die Heckrinder und Exmoor-Ponys auf den Bergwiesen bei Silberborn. Fotos: Niesen

Silberborn. Die von Touristen und Tierfreunden geliebten Bergwiesen am Ortsrand von Silberborn im Solling sind um zwei Hektar auf 22 Hektar vergrößert worden. Damit haben die dort das ganze Jahr über lebenden 20 Heckrinder und neun Exmoor-Ponys wieder ein Stück mehr Bewegungsfreiheit gewonnen.

Sie halten die Fläche durch ihre Beweidung offen und sorgen damit für eine Verbesserung des Natur- und Artenschutzes sowie der klimatischen Verhältnisse in Silberborn und für ein attraktives Landschaftsbild.

Der Naturpark Solling-Vogler und seine Mitstreiter haben das Beweidungsprojekt nach Angaben von Geschäftsführer Kurt Hapke vor fünf Jahren etabliert und rund 60000 Euro dafür in die Hand genommen. Mit der Erweiterung des Geländes um die rund zwei Hektar der so genannte „Bruchweide“ haben die Heckrinder, die mit ihren weit ausladenden Hörnern den ausgestorbenen Auerochsen ähneln, die Möglichkeit bis an den Ortsrand her- anzukommen.

Freuen dürfte sich darüber vor allem eine 20 Parteien umfassende Eigentümergemeinschaft am Borngraben, die die seit 15 Jahren brach liegende und verbuschte Fläche zur Verfügung stellte.

Tierfernsehen

Sie und ihre Nachbarn haben von kommender Woche an Gelegenheit, die urwüchsigen Tiere aus nächster Nähe zu beobachten: Tierfernsehen live ohne störende Kommentare. Die Verwalterin der Anlage, Christina Müller von der Bau- und Siedlungsgesellschaft des Landkreises Holzminden: „Es waren einige Hürden zu überwinden, aber dann war der Beschluss gefasst und jetzt haben die Eigentümer freie Sicht.“

Mehr Weidefläche: Freude über die Erweiterung der Silberborner Bergwiesen bei (von links) Christina Müller, Walter Standke, Wolfgang Peter, Heike Raßmann, Gerhard Fischer, Frank Grajewski und Kurt Hapke.

Der Vertreter der Eigentümer, Gerhard Fischer, sagte: „Wir haben gar nicht gewusst, wie herrlich das hier ist.“ Positiv ist das Projekt nicht nur für den Naturschutz und das Landschaftsbild. Silberborn profitiert auch klimatisch davon. Der häufige Nebel über dem rund 400 hoch gelegenen Ort kann nicht mehr so lange festhängen, ist Hapke überzeugt.

Silberborn ist eins von mehreren Beweidungsprojekten im Solling. Außerdem gibt es noch welche bei Derental, im Weserumlauftal bei Wahmbeck und den bekannte Hutewald bei Amelith. Hapke: „Damit sind wir jetzt an der Kapazitätsgrenze.“

Das Fleisch der Heckrinder wird ebenfalls genutzt. In Silberborn werden jährlich fünf bis zehn Tiere geschlachtet. Ihr Fleisch gilt als absolute Delikatesse, ist zeitweise in Form leckerer Gerichte in einigen Gasthäusern der Region zu probieren und wird von der Landfleischerei Schafft in Bodenfelde angeboten.

Silberborns Ortsbürgermeister Wolfgang Peter erinnerte daran, dass diese Weiden historisch als sogenannte Allmende bewirtschaftet wurden, das heißt als Gemeinschaftseigentum. Für Spaziergänger und Wanderer auf dem vorbeiführenden Pilgerweg Loccum-Volkenroda seien sie ein attraktives Ziel. (zhp)

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