IGS Bodenfelde: „Es gibt keinen Grund zur Panik“

Mirko von Pietrowski

Bodenfelde. „Es gibt keinen Grund zur Panik, aber wir sind sensibilisiert“, fasst Bürgermeister Mirko von Pietrowski den Standpunkt des Fleckens Bodenfelde zur Schulentwicklungsplanung des Landkreises Northeim in Sachen IGS zusammen. Von einer drohenden Schließung der Heinrich-Roth-Gesamtschule könne keine Rede sein, sind sich Bürgermeister und Schulleiter Andreas Heinrich einig.

Im Gegenteil: Laut dem Papier der Kreisverwaltung gelte für die IGS Bodenfelde ein Bestandschutz. Danach darf die Schule mit rund 380 Schülern ausnahmsweise drei- statt mindestens vierzügig geführt werden. Diesen Passus hat am Dienstag der Kreis-Schulausschuss ohne Diskussion zur Kenntnis genommen.

Allerdings hat die Gesamtschule aktuell im 5. Jahrgang nicht drei Klassen, sondern nur zwei Klassen mit zusammen 47 Schülerinnen und Schülern. Angesichts rückläufiger Zahlen aus Uslar könne die Dreizügigkeit in den nächsten Jahren nicht als gesichert betrachtet werden, heißt es in der Prognose der Kreisverwaltung. „Die weitere Entwicklung wird zu beobachten sein.“

Bei den Zahlen gehe es erst einmal nur um eine Prognose, sagte Schulleiter Heinrich gegenüber der HNA. Man müsse abwarten, „wie sich die Zahlen tatsächlich entwickeln“. Grundsätzlich schwierig sei die Situation, weil es auf dem Lande zu wenig Kinder gebe, um die mehrere Schulen werben.

Werben um Schüler

Durch die Umwandlung der Uslarer Sollingschule zur Oberschule sei es für die IGS schwieriger geworden, Schüler aus dem Raum Uslar nach Bodenfelde zu locken, erklärte Heinrich. „Wir sind nicht schlechter, aber die andern sind besser geworden.“ Für das hessische Oberweser sieht Heinrich andere Erschwernisse. Dort gelten inzwischen die hessischen Ferienzeiten und nicht mehr wie früher die niedersächsischen. Außerdem sei die Busanbindung Richtung Bad Karlshafen verbessert worden.

Für von Pietrowski ist die „gute länderübergreifende Zusammenarbeit“ dagegen ein Aspekt, der helfen könnte, den Schulstandort Bodenfelde zu sichern. Es gebe eine öffentlich-rechtliche Vereinbarung zwischen den Landkreisen Northeim und Kassel, erinnerte der Bürgermeister. Danach werden die Grundschüler der hessischen und niedersächsischen Grenzkommunen in Wahlsburg/Lippoldsberg und die Jahrgänge 5 bis 10 in Bodenfelde beschult.

Mit Sorge sehe er die Schulentwicklungszahlen im Landkreis Northeim insgesamt, sagte von Pietrowski und begrüßte, dass die Kreispolitik Schulschließungen nur als letztes Mittel in Betracht ziehe. Die IGS dürfe aber auch nicht totgeredet werde, warnte er und verwies darauf, dass eine Schulschließung für jede Stadt und Gemeinde immer weit reichende Konsequenzen habe.

Es gehe nicht nur um ein leeres Gebäude, sondern auch um die Kaufkraft. Ein Schulstandort spiele bei der Entscheidung für den Wohnsitz eine Rolle und sei wichtig für den öffentlichen Personennahverkehr. Insbesondere das Nahverkehrsangebot mit dem Bus werde im Raum Bodenfelde durch den Schülertransport getragen. (shx)

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