Bodenfelde: 6,5 Millionen Euro für Biomasse-Heizkraftwerk

Zuhörer stellten Fragen: Rund 100 Interessierte verfolgten die Vorstellung des Modells „Bio Kraft & Wärme Bodenfelde“ im Saal des Gasthauses Schmidt in Polier. Fotos: Dumnitz

Bodenfelde. Wenn es nach den Vorstellungen von Bodenfeldes Bürgermeister Hartmut Koch geht, dann werden ab Ende 2013 mindestens 165 Haushalte mit Fernwärme aus einem eigenen Biokraftwerk versorgt.

Der Parteilose stellte ein in Zusammenarbeit mit dem Kasseler Wärmebüro Klaft GmbH erstelltes Konzept während der öffentlichen Präsentation im Gasthaus Schmidt in Polier vor rund 100 Zuhörern vor. Die Investitionssumme: 6,5 Millionen Euro.

Ziel des Models „Bio Kraft & Wärme Bodefelde“ sei die kostengünstige Versorgung vieler Haushalte aus regenerativer Energie, und gleichzeitig das Einspeisen von selbst erzeugtem Strom in das öffentliche Netz. Nach Kochs Berechnung könnten die derzeitigen Heizkosten der Haushalte, die an das Fernwärmenetz anschließen, um 50 Prozent gesenkt werden.

Im Schnelldurchlauf erklärte Koch und Moderator Dieter Meyer von der Firma Mcon (Northeim), wie das laufen könnte. In der Nähe des Bodenfelder Schrottplatzes könne ein Biomassen-Heizkraftwerk gebaut werden. Von dieser Anlage könnten isolierte Heizrohre zusammen mit einem Breitbandkabel bis zu den anzuschließenden Häusern verlegt werden. Das Netz könnte bis über 20 Kilometer lang werden, hieß es.

Brennmaterial problemlos

Brennmatarial sei kein Problem, es sei genügend zu beschaffen. Für die Anlieferung von Restholz, Stroh und anderer Biomasse wie Rinde und Miscantus könne seiner Ansicht nach ein Zuweg von der Kreisstraße 551 genutzt werden. „Brenntage gibt es dann nicht mehr in Bodenfelde“, sagte Koch.

Jeder, der Fernwärme haben will, sollte für 3000 Euro (abzüglich eines Zuschusses) Mitglied der noch zu gründenden Genossenschaft werden. Diese Genossenschaft brauche 500 000 Euro Eigenkapital, was durch 165 Genossen erbracht werde. Die Wärme werde nach Verbrauch bezahlt und die Abgase des Biomassen-Kraftwerkes würden so gefiltert, dass „oben fast nichts mehr rauskommt“, so der Bürgermeister.

Strom werde durch eine Dampfturbine erzeugt und eingespeist. Bei Bedarf könne ein zweites Biokraftwerk nahe der Gesamtschule gebaut werden. Die Alte Käserei sei zwar auch ein guter Standort, doch das Gebäude koste zu viel Geld, berichtete Koch auf Anfrage eines Zuhörers.

Bis nach Ostern sollen sich die Bodenfelder schriftlich bei der Gemeinde äußern. Bis zu den Sommerferien müsste die Genossenschaft gegründet sein und bis zum Jahresende solle die Struktur stehen, damit nächstes Jahr gebaut und die Anlage im Januar 2014 in Betrieb gehen könne, hieß es zur Zeitschiene. (jdx)

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.