Brandbeschleuniger auf Autoreifen

Brandstiftung in Schoningen bleibt Rätsel: Freispruch für Angeklagten

Northeim/Schoningen. „Im Zweifel für den Angeklagten“ hieß es am Donnerstag bei einer Verhandlung wegen Brandstiftung vor dem Amtsgericht Northeim.

Dem Mann aus einem Uslarer Ortsteil wurde von der Staatsanwaltschaft vorgeworfen, dass er in der Nacht vom 25. auf den 26. September 2016 gegen Mitternacht Brandbeschleuniger auf zwei Reifen eines Autos, das auf einem Grundstück an der Landstraße in Schoningen abgestellt war, gelegt und angezündet haben soll.

Schon während des Feuerwehreinsatzes wurden damals diese Vermutungen geäußert, sagte Richter Dr. Martin Rammert, der den Fall jetzt verhandelte. Eine Streifenwagenbesatzung der Uslarer Polizei hatte den Feuerschein von der Straße aus gesehen und die Flammen am Geländewagen eines damals 24-jährigen Mannes mit einem Feuerlöscher gelöscht. Die vorsorglich alarmierte Feuerwehr erledigte den Rest und setzte auch die Wärmebildkamera ein.

Auf den Reifen an der linken Fahrzeugseite brannten Brandbeschleuniger – vermutlich Grillanzünder. Am hinteren Reifen hatte sich zudem schon der Kunststoff-Radkasten entzündet. Den Sachschaden gab der Richter mit rund 800 Euro an.

Der heute 54-jährige Angeklagte habe sich laut Richter Rammert zwischenzeitlich selbst der Tat bezichtigt und hätte damit geprahlt. Vom Fahrzeughalter wurde damals angeführt, dass es seit längerer Zeit Streitereien mit dem Angeklagten gegeben habe. Die Selbstbezichtigung sei aber nicht stichhaltig gewesen und es konnten auch keine Zeugen für das Gerede benannt werden.

Der Mann sei zwar vor der Tat mit einer brennenden Zigarette in der Nähe des Geländewagens beobachtet worden, die Brandstiftung konnte ihm aber nicht nachgewiesen werden, weil das laut Richter Rammert offensichtlich niemand gesehen hat. Deshalb wurde der Angeklagte schließlich freigesprochen. 

Rubriklistenbild: © Archivfoto: Dumnitz

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