Buchen-Holzverschluss aus dem Solling krönt Destillate aus aller Welt

Buchenstämme am Wegesrand: Ein Teil des im Solling geernteten Buchenholzes wird nach Amerika verschifft. Archivfoto: nh

Dassel. Das Sägewerk in Dassel exportiert Buchenholz in Containern nach Amerika. Verwendet werden dazu Buchen aus dem Solling, die das Schaeferwerk trocknet und zusägt.

Später werden daraus Kanteln (das sind quadratische Holzstäbe hoher Qualität) geschnitten, von denen jeweils 20 Tonnen in einen Schiffscontainer verladen und in die USA verschifft werden.

Dort wird das Sollingholz laut einer Mitteilung von Pressesprecher Michael Rudolph (Clausthal-Zellerfeld) der Niedersächsischen Landesforsten (Braunschweig) weiterverarbeitet und krönt dann als Korken weltweit die Flaschen verschiedener Destillate.

Förster Uwe Zywina hat die Buchen sorgfältig in seinem Revier ausgewählt. Seine Försterei liefert diese Saison rund 600 Kubikmeter Buchenholz ans Schaeferwerk, das Forstamt Dassel insgesamt 1200. Stamm für Stamm wird vom Förster und dem Holzeinkäufer Wolfgang König am Wegesrand begutachtet. Der Einkäufer kennt die Wünsche seiner amerikanischen Kunden. Nur ein Teil der Bäume eignet sich für die Produktion als Flaschenverschluss. „Das Holz der Buchen soll möglichst hell sein und keine Fehler aufweisen“, sagt König.

„Der Produzent aus Übersee mag keine Farbveränderungen im Holzkern. Wir sortieren im Sägewerk sorgfältig aus, welche Ware in den Export gehen kann“, so König.

Geschäfte seit zehn Jahren

Seit zehn Jahren liefert das Schaeferwerk nach Amerika. Mit vier Containern pro Jahr sei man gestartet, inzwischen gingen rund 100 Container auf den Kontinent. Der Kunde sei mittlerweile der zweitgrößte für das mittelständische Unternehmen.

Das Schaeferwerk in Dassel beschäftigt rund 80 Mitarbeiter und ist spezialisiert auf Massivholzplatten für den heimischen Möbelmarkt und Treppenbauer. Die Buchenstämme werden Im Umkreis von 50 Kilometern eingekauft.

Geringes Risiko 

Der jährliche Einschnitt beträgt zwischen 17.000 und 20.000 Kubikmeter Laubholz. „Der Boden des Sollings besteht überwiegend aus Buntsandstein. Das Risiko, dass die Buche einen roten Farbkern im Holz bekommt, ist hier geringer als anderswo. Wir freuen uns natürlich über diese guten Holzqualitäten, die sogar bis nach Amerika verschickt werden“, sagt der Revierleiter.

Der Solling ist mit 38.500 Hektar nach dem Harz das zweitgrößte Waldgebiet Niedersachsens. Jährlich werden 240.000 Kubikmeter Holz geerntet.

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