Bürgerinitiative formiert sich - Widerstand gegen Windkraft

Fürstenhagen. Gegen die Pläne für Windkraftanlagen bei Fürstenhagen regt sich Widerstand: Über 50 Personen haben für die Gründung einer Bürgerinitiative pro Fürstenhagen unterschrieben. Initiatoren sind Günter Schlieper, Inge Sustrate und Hermann Kleemann.

Der Widerstand formiere sich nicht allein gegen das Projekt in Fürstenhagen, wo eine fünfköpfige Gruppe den Bau von drei 185 Meter hohen Windrädern am Fuße des Schiffbergs etwa einen Kilometer hinter dem Ort plant. Sie warnt auch vor den Projekten bei Verliehausen, wo eine Arenborner Familie ein Windrad auf niedersächischem Gelände vorsieht, und dem der Hessen-Forst, die im Reinhards- und Bramwald Windkraftanlagen aufstellen will.

Die Initiative sieht ihre Aufgabe darin, die Bevölkerung aufzuklären. Die neue Generation von Windrädern sei mit denen in Schoningen auf dem Sömmerling nicht mehr zu vergleichen. Die Räder dort sind 85 Meter hoch und haben einen Rotordurchmesser von 45 Metern. Die für Fürstenhagen und Verliehausen geplanten Anlagen sind 185 Meter hoch, der Rotor hat einen Durchmesser von 100 Metern.

Sechsmal höher als Fichten

Günter Schlieper macht die Größe der geplanten Anlagen mit zwei Vergleichen deutlich: Der Sollingturm ist knapp über 30 Meter hoch. Wenn man ihn sechsmal übereinander türme, fehlten immer noch fünf Meter an der Größe des Windrads. Vergleich Nummer zwei: Eine Fichte wird im Solling maximal 30 Meter hoch. Steht eins der geplanten Windräder daneben, ragt die Anlage über der Fichte noch 155 Meter in den Himmel.

Betroffen von den Riesen-Rädern seien nicht nur das Schwülmetal mit Schoningen, Ahlbershausen, Verliehausen und Offensen, sondern auch Fürstenhagen, Heisebeck und Arenborn, darüber hinaus das Tal der Oberweser mit Oedelsheim, Gieselwerder und Lippoldsberg. Die Bügerinitiative aus Fürstenhagen befürchtet auch Einbußen beim Fremdenverkehr.

Grundsätzlich sei die Initiative nicht gegen Windkraftanlagen. Sie vertritt aber die Ansicht, dass Anlagen nicht wahllos in die Landschaft gestellt werden dürften, nur weil einzelne Personen und Gesellschaften Profit vor Augen hätten. Das Empfinden der Bürger werde nicht berücksichtigt.

Aus Fehlern lernen

Es sei schlimm genug, dass andernorts Fehler gemacht und Landschaften in Mitleidenschaft gezogen worden seien. Aus den Fehler müsse man lernen und an geeigneten Stellen komplette Windparks errichten, fordert die Fürstenhäger Bürgerinitiative.

Windräder im Reinhardswald, Bramwald, am Schiffberg und am Lichtenberg würden alle die Natur verunstalten. Und im niedersächsichen Bereich locke die Aussicht, aus wenig gewinnbringenden landwirtschaftlichen Flächen Goldgruben zu machen – ohne Rücksicht auf die Mensch und Natur zu nehmen. (fsd)

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