Café International in Uslar eröffnet: Humor hilft über die Sprachhürde

Eröffnung: Nach einem musikalischen Beitrag mit Irene Bronder am Klavier und einer Geigen-Begleitung lobte Uslars Bürgermeister Torsten Bauer (hinten Mitte) die Initiative zum Café International in den Räumen der Freikirche. Foto: Dumnitz

Uslar. Über 100 Frauen, Männer und Kinder aus unterschiedlichen Ländern und Kulturen kamen am Donnerstag zum ersten „Café International“ in die Räume der evangelischen Freikirche an der Stiftstraße in Uslar. Das Café soll alle zwei Wochen donnerstags ein Ort der friedlichen Begegnung sein.

Das jedenfalls haben sich die Verantwortlichen des ökumenischen Arbeitskreises der evangelisch-lutherischen, der katholischen und der freikirchlichen Gemeinde sowie des Diakonischen Werks Leine-Solling mit weiteren Helfern auf die Fahne geschrieben. Es geht um einen weiteren Versuch, die im Uslarer Land lebenden Flüchtlinge ein Stück weit zu integrieren, sagte Pastorin Astrid Jasper bei der Premiere. Akzeptanz und Toleranz sollen gefördert werden.

Das klappte vom Prinzip her auch ganz gut, doch an fast allen Tischen wurde bei Getränken und Gebäck deutlich, dass die Sprache eine der größten Hürden ist.

Humor bei Übersetzungen

Die in zwei Sprachen übersetzte kurzen Ansprache von Uslars Bürgermeister Torsten Bauer sorgte für Humor, weil die Übersetzungsversuche manchmal zu Lachern führten und manchmal offenbar nur sinngemäß erklärt werden konnten. An den Tischen half man sich mit Englisch, wenn nicht jemand dabei war, der in die richtige Sprache übersetzen konnte.

Bürgermeister Bauer sagte, dass die Einrichtung des Treffpunkts für Flüchtlinge und Einwohner im Café International eine Bereicherung sei. Er überreichte an Pastor Klaus-Peter Marquaß von der gastgebenden Freikirche ein Geldgeschenk, um die Bemühungen mit anzuschieben.

Das Projekt wird über Spenden finanziert. Für den Start gab es laut Marquaß Geld von der Initiative Tischlein-Deck-Dich, der St.-Johannis-Stiftung, von einer Kollekte zum 125-jährigen Bestehen der Freikirche und über die Stadt Uslar vom Land Niedersachsen.

Laut Marquaß ist vorgesehen, das Café International als Begegnungsstätte zunächst an jedem zweiten und vierten Donnerstag im Monat jeweils von 15 bis 17 Uhr zu öffnen. Bei der Premiere am Donnerstag wurden wegen des großen Interesses neben dem eigentlichen Seminarraum im Erdgeschoss auch der kleine Saal der Freikirche sowie das Spielzimmer mit genutzt. Die Teilnehmer kamen unter anderem aus Afghanistan, Iran, Irak, Syrien, dem Libanon und aus Afrika.

Kennenlernen und Austausch

Rund 40 Helfer wollen sich in Zukunft um die Vorbereitungen der Treffen kümmern. Es soll ums Kennenlernen gehen und um einen Austausch. Mit dem Café International wolle man gleichzeitig ein Zeichen für die Willkommenskultur im Uslarer Lang setzen, hieß es.

Beim ersten Treffen waren auch Flüchtlinge dabei, die derzeit in Adelebsen und in Volpriehausen leben.

Von Jürgen Dumnitz

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