Diakonieladen Jacke wie Hose in Uslar: Der Erfolg hält schon zehn Jahre an

Jacke wie Hose: Der Diakonieladen in Uslar besteht seit zehn Jahren, hier mit (von links) Sylvia Smettons, Ute Liebig, Brigitte Samoski und Andrea Peters vom Leitungsteam. Foto:  Schneider

Uslar. Die Erfolgsgeschichte des Diakonieladens Jacke wie Hose in Uslar hält auch im zehnten Jahr des Bestehens an: Im Geschäft Kurze Straße 11 wird so viel gebrauchte Kleidung verkauft, dass jedes Jahr weit über 10 000 Euro für gute Zwecke gespendet werden.

Am Mittwoch gab es zum zehnjährigen Bestehen 50 Prozent Nachlass auf alle Angebote. Sonst liegen die Preise aber auch im absolut erschwinglichen Bereich: Maximal fünf Euro kostet ein Kleidungsstück.

Das Konzept

Das Konzept ist ganz einfach: Jacke wie Hose, eine Einrichtung der evangelischen St.-Johannis-Gemeine Uslar, nimmt Kleiderspenden und auch Bett- und Tischwäsche, Schuhe und Taschen an und gibt sie gegen geringe Geldspenden an jedermann ab.

Die Empfänger

Dabei erzielt der Diakonieladen seit seiner Gründung so viel Erlöse, dass nach Deckung der Kosten für das Geschäft wie Miete und Heizung ein großer Batzen Geld übrig bleibt. Das waren pro Jahr mindestens 10 000 Euro. Die Hauptförderung bekommt derzeit das Projekt „Jeder isst mit“ des Forums Kinderarmut, das für Schulmahlzeiten für bedürftige Kinder sorgt.

Grundsätzlich werden Kinder und Jugendliche aus sozial schwachen Familien in der Region um Uslar gefördert und unterstützt, zudem Projekte, die der Entwicklung und Bildung von Kindern und Jugendlichen dienen.

Gründe des Erfolgs

Der Erfolg kommt vor allem deshalb zustande, weil ein Team von 40 ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen hinter dem Diakonieladen steht: Er ist ihrem ehrenamtlichen Engagement zu verdanken und ohne die fleißigen Helferinnen nicht vorzustellen. Das betonten auch Ute Liebig und Brigitte Samoski vom fünfköpfigen Leitungsteam zum zehnjährigen Bestehen. Zum Leitungsteam gehören außerdem Andrea Peters, Elke Gropp und Sylvia Smettons.

Jedermann ist Kunde

Am Herzen liegt dem Team des Diakonieladens ein Hinweis: In ihrem Laden ist jeder willkommen. Die Angebote sind nicht nur Menschen vorbehalten, die nicht so viel Geld haben. Denn jeder Käufer unterstützt das Geschäft und damit die gute Sache. „Wir heißen alle willkommen, die helfen wollen“, sagen Brigitte Samoski und Ute Liebig.

Es gibt sogar Stammkunden wie eine Frau aus Alfeld, die Trachtenkleidung kauft. Gefragt ist auch besondere Kleidung für sogenannte Motto-Partys, auch diese Wünsche kann der Diakonieladen erfüllen. Es gibt sogar Hochzeitskleidung: Die wird in Kommission verkauft und im Frühjahr wieder in einem Schaufenster ausgestellt.

Jacke wie Hose bestückt außerdem die Schaufenster des ehemaligen Geschäfts Meyer in der Nachbarschaft, zudem eine Vitrine im Badeland, das auch vom Diakonieladen profitiert: Oftmals erhält der Laden Bücherspenden, die die Badbetreiber für wenig Geld und für ihre Sache verkaufen.

Pech und Glück

In den vergangenen zehn Jahren hatte Jacke wie Hose aber auch einmal Pech bei einem Wasserrohrbruch und einige Scherereien in der Folge. Dem stellen die Mitarbeiter aber sogleich einen Glücksfall gegenüber, als ein Geschäftsmann nach einer Geschäftsaufgabe ihnen eine komplette Ladeneinrichtung schenkte. Und am Mittwoch stand schon mittags fest, dass zum zehnjährigen Bestehen mehr Kundschaft kam als sonst.

Die Angebote und Öffnungszeiten

Der Diakonieladen Jacke wie Hose ist von montags bis freitags jeweils von 9 bis 12 Uhr und von 15 bis 18 Uhr geöffnet. Die Arbeit erledigen 40 ehrenamtliche Mitarbeiterinnen.

Sie sichten die Kleiderspenden und sortieren sie ein. Was für den Laden nicht geeignet ist, wird aussortiert und an die DLRG weitergegeben, die wiederum Erträge aus der Weiterverwertung erzielt.

Außerdem hilft der Uslarer Diakonieladen seit einiger Zeit bei Haushaltsauflösungen - gegen eine Spende für das Forum Kinderarmut - und unterstützt außerdem Flüchtlinge. Für sie werden Haushaltsartikel und Kleinmöbel vermittelt.

Die Hilfen bei Haushaltsauflösungen und für Flüchtlinge sind allerdings nur nach Absprache mittwochs und donnerstags von 9 bis 12 Uhr unter Telefon 05571-800631 möglich.

Sach- und Kleiderspenden sollten nur während der Öffnungszeiten angeliefert werden, auf keinen Fall aber vor die Tür gestellt werden, wenn nicht geöffnet ist. Die Säcke werden dann durchwühlt und zum Teil erheblich beschmutzt. 

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