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Aufforstung: Die Eiche ist Hoffnung des Sollings

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Von: Frank Schneider

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1500 Eichen für die Revierförsterei Abbecke wurden bei der Lieferung von 18 000 zweijährigen Eichen für das Forstamt Dassel verteilt, 16 500 sind für das Revier Steinborn, in dem das
16 500 Eichen sind für das Forstamt Dassel angeliefert worden. © 16 500 Eichen sind für das Forstamt Dassel angeliefert worden.

Schönhagen – „Das passt“, sagt Thorsten Grebe. Der Forstwirtschaftsmeister des Forstamtes Dassel hat gerade die Eichen kontrolliert, die Jürgen Späth von der Baumschule Späth aus Leiferde in den Solling gebracht hat. 18 000 Stück zweijährige Eichen gehören zur ersten Lieferung für die Aufforstung 2023.

Es wird nicht die letzte sein, denn allein fürs Forstamt Dassel, das im Landkreis Northeim die Hauptfläche darstellt, sind 170 000 Bäume vorgesehen. Damit sollen Lücken geschlossen werden, die durch den Klimawandel und den Borkenkäfer enstanden sind, erklärt Michael Rudolph, regionaler Pressesprecher der Niedersächsischen Landesforsten.

Auf dem Parkplatz vor dem Hotel Fröhlich-Höche in Schönhagen werden die etwa einen halben Meter großen Eichen umgeladen. Die Auszubildenden aus dem Forstamt übernehmen diese Arbeit. Thorsten Grebe hat die Aufsicht und muss ein Aufnahmeprotokoll führen, in dem die Herkunft, Größe und das Alter der neuen Bäume festgehalten wird. Es gelten strenge Kriterien, sagt Michael Rudolph. Die Forst dürfe nur aus ganz bestimmten Saatzuchten kaufen. Grundlage ist das Forstsaatgutgesetz.

Die jungen Bäume für den Solling sind Lauenberger Eichen, die am besten geeignet sind für die hiesigen Standorte. Diesmal sind aber auch junge Eichen aus der Lüneburger Heide dabei. Sie werden genommen, weil es von den anderen nicht genug gibt. Es bestehe immenser Bedarf an jungen Bäumen. „Wahnsinn, was gerade nachgefragt wird“, formuliert es Jürgen Späth von der Baumschule.

Die Landesforsten setzen auf die Eiche, weil sie die Trockenheit besser vertrage und als klimabeständiger gelte, sagt Rudolph. Die 18 000 jungen Eichen werden bei normalen Bedingungen in zwei bis maximal drei Wochen einzupflanzen sein, schätzt Rudolph.

Nach der genauen Prüfung der Ware kommt es auf das richtige Einpflanzen an. Alles reine Handarbeit. Danach übernimmt die Natur, heißt es, allerdings unter Beobachtung der Fachleute vom Forstamt.

Aus den kleinen Eichenkulturen werden Dickungen, die dann auch schon durchforstet werden, erklärte Rudolph zur weiteren Entwicklung. Dabei werden bereits Eichen entnommen, um Platz zu schaffen. Diese Bäume werden als Zaunpfähle und Brennholz verwertet. Die übrig gebliebenen Eichen werden in 150 bis 200 Jahren geerntet. Sie werden dann wohl als Möbelholz verwendet und als Furnier.

Die Landesforsten setzen viel auf die Eiche als wichtige und klimastabile Baumart für den Solling. Rudolph nennt die Eiche „die Hoffnung des Sollings“. Hauptsächlich wird die Traubeneiche eingepflanzt, zudem Stileiche und zum Teil auch Roteiche.

Unterdessen sind 1500 junge Eichen auf einen Anhänger für die Försterei Abbecke verladen, 16 500 werden im Forstrevier Steinborn bei Schönhagen abgeladen. Sie kommen zunächst auf einen Einschlagplatz, so nennen die Forstleute die Orte, an denen die anzupflanzenden Bäume eingegraben bis zum Wurzelhals gelagert werden. Von dort werden je nach Bedarf Bäumchen zum Einpflanzen geholt – jederzeit verfügbar.

Hauptsächlich werden die Eichen in vielen kleinen Parzellen angepflanzt, in denen zuvor Klimawandel und Borkenkäfer Schaden am alten Bestand angerichtet haben. Es sind Areale mit einer Größe von etwa 7000 Quadratmetern, das entspricht einem Fußballfeld.

Landesweit sind 35 000  bis 38 000 Hektar offen, berichtet Pressesprecher Rudolph weiter. Die Landesforsten bewirtschaftet insgesamt 330 000 Hektar Wald und damit ein Drittel der Waldfläche Niedersachsens.

Die Wiederaufforstung gehört aktuell zu den Hauptaufgaben der Landesforsten. Die Wiederbewaldung ist ein langer Prozess, sagt Michael Rudolph und erinnert an die zurückliegenden Stürme und die extremen Trockensommer und ihre Folgen. Mit den jungen Bäumen ist für 2023 im Solling der Anfang gemacht worden.

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