Ulla Meinecke begeisterte Fans im ausverkauften Konzert im Uslarer Kulturbahnhof

„Die Tänzerin“ als Zugaben

Ausdrucksstark: Die Sängerin Ulla Meinecke ist seit vier Jahrzehnten im Geschäft und versammelte eine treue Gästeschar im Kulturbahnhof. Foto: Niesen

Uslar. Ulla Meineckes warme, tiefe Stimme hat auch nach über 40 Jahren im Showgeschäft nichts von ihrem Zauber verloren: Ihre Fans ließen sie in ihrem ausverkauften Konzert im Uslarer Kulturbahnhof erst nach der dritten Zugabe von der Bühne.

Die Zugaben hatte Meinecke (62) als Wegbereiterin der anspruchsvollen deutschsprachigen Rock- und Popmusik wohl kalkuliert. Sie endeten mit ihrem wohl größten Hit „Die Tänzerin“ (1983) und Rios Reisers „Sing ein Lied übers Meer“, die sich wie ihre meisten Songs um Liebe, Sehnsüchte und Träume drehen. Zeitlose Texte, die nichts von ihrer Anziehungskraft verloren haben.

Dass die in Berlin lebende Künstlerin inzwischen auf ein an Erfahrungen reiches Leben zurückblickt und dabei durchaus die eine oder andere schmerzliche Erfahrung gemacht hatte, verbarg sie nicht.

So als sie davor warnte, Träume zu erfüllen: „Denn sie kosten einen Preis, den Traum, den es dann nicht mehr gibt.“

Auch das Altern ist ein Thema für sie: Anti-Aging und Menschen, die den 30. Geburtstag als „Nahtoderfahrung“ empfinden. „Da geht der Stress los“.

Tsunami von Bildern

Oder wenn die mittlerweile auch erfolgreiche Buchautorin, die ihre Jugend in Usingen/Hessen verbrachte, über die Tsunamis von Bildern in heutiger Zeit spricht, von Selfies zum Frühstück. „Es liegt an meinem Alter, dass es mir überhaupt auffällt.“ Das Älter-Geworden-Sein verbindet Ulla Meinecke mit ihrem Publikum. Es sind ihre bekannten Lieder von früher, die die Fans hören möchten.

Gitarrist Ingo York und Pianist Reinmar Henschke begleiten die Sängerin, die sich mit ihren knallrot geschminkten Lippen und ihren zurück gesteckten Haaren ein unverwechselbares Erscheinungsbild bewahrt hat, auf den Punkt.

Und wenn sie Paul Simons „50 ways to leave your lover“ in deutscher Fassung singt „Blas nicht in die Glut, Ruth, weil Streiten nicht gut tut, mach die Tür zu, Sue, lass ihn einfach stehn“, wird deutlich, dass Liebe nicht nur mit Sehnsüchten zu tun hat, sondern auch oft mit Schmerz. Erfahrungen, die mit dem Alter kommen.

Ihr Konzert war ein Abend, der von Melancholie und einer gewissen Sentimentalität getragen wurde und hoffnungsvoll zum Nachdenken anregte. Lange noch spukte die eine oder andere Melodie im Kopf herum.

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