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Polizeistatistik: Diebe ändern ihr Verhalten, Zahl der Wohnungseinbrüche zurückgegangen

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Von: Jürgen Dumnitz

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Uslar – Auswirkungen durch die Coronavirus-Pandemie sind auch in der Kriminalstatistik und dem Verkehrslagebild im Bereich des Polizeikommissariats Uslar zu erkennen. Das ist das Ergebnis der Statistik, die Uslars Polizei-Chefin Cornelia Klausch und ihr Stellvertreter Uwe Breuer zusammen mit Florian Reschke, der die Zahlen für 2021 zusammentrug, jetzt vorstellten.

Trafen sich zur Präsentation der Jahresstatistik: Uwe Breuer, Torsten Bauer, Florian Reschke, Cornelia Klausch und Gerald Wucherpfennig. Laut Polizei gibt es keinen Unfall- oder Kriminalitätsschwerpunkt im Uslarer Land mit Bodenfelde.
Trafen sich zur Präsentation der Jahresstatistik: Uwe Breuer, Torsten Bauer, Florian Reschke, Cornelia Klausch und Gerald Wucherpfennig. Laut Polizei gibt es keinen Unfall- oder Kriminalitätsschwerpunkt im Uslarer Land mit Bodenfelde. © Jürgen Dumnitz

In Uslar gab es 991 Fallzahlen (2020: 857) und eine Aufklärungsquote von 72,75 Prozent, in Bodenfelde 152 (172) Fälle bei einer Quote von 73,03 Prozent.

Deutlich zugenommen haben Straftaten gegen die sexuelle Selbstbestimmung. Da gab es 32 Fälle, in den zwei Jahren zuvor waren es jeweils nur 21. Darunter falle beispielsweise auch das Verschicken von Sexbildern per WhatsApp, die häufig wie beim Schneeballsystem weitergeleitet würden. Jeder, der das tue, mache sich strafbar, sagte Breuer bei der Präsentation, an der auch die beiden Bürgermeister Torsten Bauer (Uslar) und Gerald Wucherpfennig (Bodenfelde) teilnahmen. „Wenn wir einen Hinweis haben, schreiten wir sofort ein“, sagte Breuer. Auch an den Schulen, denn vielen Leuten sei nicht klar, dass die Weitergabe von solchen Bildern eine Straftat ist.

Die Zahl der Rohheitsdelikte stieg auf 193 (152) an. 117 Körperverletzungen (einschließlich häusliche Gewalt) wurden angezeigt, 87 „einfache“ und 25 „gefährliche und schwere“. Laut Breuer sei die Zahl der Nachstellungen (Stalking) mit vier zwar gering, für die Betroffenen sei das aber die Hölle, wegen der Erlebnisse und Einschnitte.

Die Aufklärungsquote der 203 (218) Diebstähle lag bei 40,89 Prozent, hieß es weiter. Gründe dafür seien Kameras in Märkten/Firmen und eine gute soziale Kontrolle.

Im Vergleich zu 2018 (vor Corona) ging die Zahl der Tageswohnungseinbrüche von 8 (2019 = 0, 2020 = 4) auf zuletzt 3 zurück. Täter hätten darauf reagiert, dass Menschen öfter zuhause seien. Deutlich gestiegen seien Betrugsdelikte von 119 im Jahr 2020 auf 264 im vergangenen Jahr. Das ist laut Reschke die höchste Zahl seit 2012.

Veränderungen im gesellschaftlichen Zusammenleben wirken sich auch auf den Bereich Kriminalität aus, sagte Polizei-Chefin Klausch. 2021 gab es 239 Online-Anzeigen (Vorjahr: 144), die seit 2007 landesweit möglich sind. Das Uslarer Polizeikommissariat sei dafür technisch gut ausgestattet.

Registriert wurden 55 (60) Rauschgiftdelikte, es gab 9 (6) Fälle von Gewalt gegen Polizeibeamte und leider gelinge es Tätern immer wieder etwa über „Enkeltricks, Schockanrufe oder Gewinnversprechen“ an das Geld anderer Leute zu kommen, mahnte Breuer.

Laut Verkehrslagebild der Polizei gab es vergangenes Jahr fast jeden Tag einen Unfall. Die Zahl stieg auf 355 vom Vorjahrestiefstand mit 322, darunter 80 (82) Wildunfälle. Nach sechs Jahren ohne Verkehrstote waren 2021 vier Opfer zu beklagen, 41 Unfallbeteiligte galten als Verletzte.

24 (25) Mal gab es Fahrzeugführer, die unter Drogeneinfluss standen, in 18 (17) Fällen unter Alkoholeinfluss. In 71 (60) Fällen haben sich Unfallverursacher unerlaubt entfernt, 27 (28) Vorfälle wurden aufgeklärt. Zeugen seien dabei wichtige Hinweisgeber, sagte Reschke zur Aufklärungsquote. Geahndet wurden von der Polizei zudem 87 Geschwindigkeitsüberschreitungen, 96 Handy- und 47 Gurtverstöße.

Laut Cornelia Klausch werden alle Mitarbeiter des Polizeikommissariats (Zahlen gab sie nicht preis) in der Fläche präsent bleiben. Die personelle Ausstattung sei „auskömmlich“.  

Von Jürgen Dumnitz

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