Brauchtum wiederbelebt

Dinkelhäuser ziehen wieder mit dem Neujahrsbock durchs Dorf

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Einbinden will gelernt sein: Jüngere Dinkelhäuser übernahmen das Binden des Bocks, die Älteren zeigten, wie es ging. Foto: Dumnitz

Dinkelhausen. Die Dinkelhäuser freuen sich offenbar, dass nach zweijähriger Unterbrechung am Silvestertag endlich wieder ein Neujahrsbock im Dorf unterwegs war.

Die Leute an den Haustüren, denen die rund 20-köpfige Bockgruppe am Sonntagnachmittag innerhalb des zweistündigen Rundgangs Neujahrswünsche überbrachte, hätten sich lobend geäußert und für die Initiative bedankt.

Das sagte Rolf Engelke am Montag auf Nachfrage. Er hatte das erste Vorbereitungstreffen vor Weihnachten organisiert, zu dem schon 30 Interessierte gekommen waren. Dabei wurde die Fortführung der über 100-jährigen Tradition verabredet. Beim Bockwickeln am Sonntagvormittag waren sogar 35 Helfer in die Scheune der Familie Holz-Ebeling gekommen, darunter viele Jugendliche und Kinder, freute sich Initiator Engelke.

Aktion dauerte Stunden

Vier Stunden lang wurde das vom Sohlinger Landwirt Gebauer gespendete längere Weizenstroh von den Helfern mit den Händen gegeneinander zu einer Endlos-Rolle eingedreht. Schicht für Schicht wurde diese Rolle dann an den Beinen, Armen und am Körper des Bockes mit Strohbändern befestigt. Und zwar so gut, dass es sich beim Rundgang nicht lockerte. Wer der Bock mit Maske und Hörnern war, „muss geheim bleiben“ , sagt Engelke.

Während früher, als es noch Hausschlachtungen gab, meist Würste als Dankeschön an die Gruppe verteilt wurden, gab es diesmal meist Geldspenden. Dafür, so die Überlieferung, soll der namenlose Dinkelhäuser Neujahrsbock symbolisch die Geister des alten Jahres vertreiben.

Pfiffe und Gebrüll

Die Bockgruppe, die von einem „Polizisten“ angeführt wird, der den Bock an den Haustüren ankündigt und einen guten Rutsch ins neue Jahr wünscht, unterstützt den Rundgang lautstark mit Pfiffen und Gebrüll.

Engelke und auch Martin Mascher und Martin Hennies, die als „alte Hasen“ beim Bockwickeln ihre Erfahrungen weitergaben, freuten sich über das große Interesse vor allem der Jugendlichen. Sie gaben etwa Niklas Förstermann und Thorben Siebert wertvolle Hilfestellung fürs Einbinden der Strohrolle am Bock. Die Strohrolle darf nämlich nicht zu fest und auch nicht zu locker sitzen, hieß es.

Beim Bockwickeln hatten offensichtlich alle Beteiligten ihren Spaß. Immer wieder wurden Witze und Späße gemacht. Engelke dankte der Familie Holz-Ebeling, die nicht nur die Scheune zum Wickeln zur Verfügung stellte, sondern sich auch um die Versorgung der Gruppe mit Essen kümmerte.

Dankeschön-Feier für Helfer

Zum Abschluss der Neujahrsbock-Aktion lädt Rolf Engelke alle Helfer zu einer Abschlussfeier ein. Diese finden mit Essen und Getränken am Donnerstag, 4. Januar, ab 19.30 Uhr im TSV-Sportheim statt. Dazu werden alle eingeladen, die tatkräftig mit geholfen haben.

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