Eschershäuser Ortsrat vertagt Entscheidung in Sachen „illegaler Landgewinn“

Dorfgeld für Straßenbau

Ärgert den Ortsrat: Ein Zaun auf dem öffentlichen Randstreifen an einem Grundstück am Malerberg. Archivfoto: Dumnitz

Eschershausen. In Uslar und einigen Ortsteilen werden Anwohner für einen notwendigen Ausbau der Straßen vor ihrer Haustür über die Straßenausbaubeitragssatzung zur Kasse gebeten. In Eschershausen spart der Ortsrat seit 2013 Geld aus dem Topf des Dorfes, um den Ausbau des Kreuzungsbereichs Schmiedestraße/Italweg zu ermöglichen.

Rund 13 500 Euro sind laut Ortsbürgermeister Alfred Kreike für den Ausbau schon angespart worden. Das sagte er in der jüngsten öffentlichen Sitzung vor sechs Zuhörern im Gasthaus Johanning. Dazu soll noch ein Teil des Restbetrages von etwa 4800 Euro vom Ortschaftsgeld für dieses Jahr kommen. Baubeginn soll im kommenden Frühjahr sein, sagte Kreike.

1200 Euro sollen laut dem Willen des Ortsrates der Verkoppelungsgemeinschaft für die Unterhaltung der Wirtschaftswege überwiesen werden. Unter anderem sollen damit Löcher auf den Feldwegen in der Verlängerung der Straßen Allersiek und Tiergarten geflickt werden.

Schreiben vom Bürgermeister

Wegen der Nutzung und Pflege von öffentlichen Grundstücken vor privaten Flächen will der Ortsrat erneut beraten. Hintergrund sind eine Zauneinfassung einer städtischen Fläche an einem privaten Grundstück am Malerberg und eine Fläche vor einem ehemaligen Ferienhaus am Lindenhof (wir berichteten). Hinzugekommen ist laut Kreike noch eine weitere Beschwerde, weil ein Neubürger an der Ernst-Ebeling-Straße sich mit Gitter-Gummimatten einen Zuweg zu seinem Grundstück über einen öffentlichen Grünstreifen in Verlängerung des Henneckensbergsweges verschafft hat. Da habe der Ortsbürgermeister interveniert und den Hausbesitzer gebeten, diese illegale Zuwegung zurückzubauen.

Wegen der ablehnenden Haltung des Ortsrates bezüglich der „Landgewinnung“ an Grundstücken am Malerberg und am Lindenhof erhielt der Ortsrat ein Schreiben von Uslars Bürgermeister Torsten Bauer. Darin fordert Bauer den Ortsrat auf, seine ablehnende Haltung zu überdenken. Es gebe viele öffentliche Flächen vor Hausgrundstücken, die von den Anwohnern mit gepflegt werden und teilweise sogar nicht nur Rasenflächen seien sondern sogar mit Büschen bepflanzte Randstreifen. Darüber sei die Stadt froh.

Beratung in nächster Sitzung

Zuletzt hatte der Ortsrat mehrheitlich die Ansicht vertreten, dass so etwas nicht gehe und Verstöße konsequent verfolgt werden müssten. Weil nur drei der fünf Ortsratsmitglieder an der jüngsten Sitzung teilnahmen, wurde eine Entscheidung bis zur nächsten Sitzung vertagt.

Ortsratsmitglied Bernd Niedermeyer ist der Ansicht, dass in jedem Fall der Ortsrat bei solchen Randstreifennutzungen gefragt werden und die Stadt diese Angelegenheiten klar regeln müsse. Dem stimmte auch Ortsbürgermeister Kreike zu: „Sonst brauchen wir ja gar keinen Ortsrat mehr, wenn jeder machen kann, was er will.“ (jde)

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