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Duldung und Untätigkeit Gründe für Lage - BUND erhebt Vorwürfe gegen Stadt und Landkreis wegen Überschwemmungsgebieten

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Regelmäßig überflutet: Die Alleestraße in Uslar. Unser Bild entstand nach einem Gewitter im Juni 2016. Der Bereich Alleestraße/Unterhütte gilt als Nadelöhr für Wassermassen unter anderem aus dem Ahle- und Ital.  ARCHIV
Regelmäßig überflutet: Die Alleestraße in Uslar. Unser Bild entstand nach einem Gewitter im Juni 2016. Der Bereich Alleestraße/Unterhütte gilt als Nadelöhr für Wassermassen unter anderem aus dem Ahle- und Ital.  Archivfoto: Frank Schneider © Frank Schneider

Uslar/Hardegsen –   Die Verantwortung für die „prekäre Situation“ in Sachen Überschwemmungsgebiet der Ahle im Bereich der Kernstadt liegt an der „jahrelangen Duldung und Untätigkeit der Verwaltung des Landkreises Northeim sowie der Inaktivität der Stadt Uslar bezüglich der nicht genehmigten, schrittweisen Erweiterung des Betriebsgeländes durch Zuschüttungen von Auebereichen.“

Das schreibt Jürgen Beisiegel (Hardegsen) als Mitglied des Kreisvorstandes Northeim des Bundes für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) in einem offenen Brief an Landrätin Astrid Klinkert-Kittel (SPD).

Es sei nicht hinnehmbar, dass aufgrund „illegal realisierter Einzelinteressen“ jetzt nach Erstellung neuer Arbeitsblätter durch den Niedersächsischen Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN) weite Teile der Wiesenstraße, angrenzende Grundstücke und andere tieferliegende Bereiche als Überschwemmungsgebiet ausgewiesen werden und im Hochwasserfall überflutet würden, schreibt Beisiegel.

„Wir fordern die Landrätin, als Initiatorin eines regionalen Demokratiezentrums auf, im Sinne der demokratischen Prinzipien des Grundgesetzes Artikel 3(1) (Alle Menschen sind vor dem Gesetz gleich) und Artikel 14 (2) (Eigentum verpflichtet. Sein Gebrauch soll zugleich dem Wohle der Allgemeinheit dienen) umgehend einen Rückbau der Verfüllungen und die Wiederherstellung einer funktionsfähigen Aue zu veranlassen sowie diese dann in das Überschwemmungsgebiet einzubeziehen“, heißt es in dem Brief.

Beisiegel ist der Ansicht, dass damit eine Neuberechnung des Überschwemmungsgebietes in dem Teilbereich notwendig werde und die Gefährdung diverser Grundstücke im Hochwasserfall weitgehend abgewendet werde.

Grundlage des vorliegenden NLWKN-Entwurfs für die Verordnung über die Festsetzung des Überschwemmungsgebietes der Ahle und der dazugehörigen Nebengewässer sei die neue Situation im Bereich der Ahleaue „nach der illegalen Verfüllung von Teilen durch die Firma Siebrecht“, heißt es weiter in dem offenen Brief des BUND-Sprechers.

Zuletzt hat der Ortsrat Uslar einstimmig einen Einspruch gegen die „Vorläufige Sicherung des Überschwemmungsgebietes der Ahle“ verabschiedet. Der Planentwurf müsse unter Berücksichtigung der vor den Aufschüttungen und Baumaßnahmen im alten Überschwemmungsgebiet vorhandenen topografischen Gegebenheiten aktualisiert werden.

Bei der Erstellung des Planentwurfs seien Aufschüttungen eines Gewerbetreibenden nicht oder nur in unzureichendem Umfang berücksichtigt worden, kritisierte der Ortsrat. Die Menge und Höhe der Aufschüttungen seien in den letzten Jahren nochmals erhöht worden.

Zuvor gab es schon Proteste von Anliegern der Wiesen- und Alleestraße sowie der Unterhütten-Siedlung.  jde

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