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Junges Paar im Uslarer Land betreibt Eierbetrieb aus Leidenschaft

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Von: Jürgen Dumnitz

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Hühnerhotel zum Wohlfühlen: Mitten auf der Wiese haben Tobias Mascher (links) und seine Freundin Lea Stieg das neue Hühnermobil ihres landwirtschaftlichen Betriebes aufgestellt. Neugierig kamen etliche der 930 Hühner, die darin leben, beim
Hühnerhotel zum Wohlfühlen: Mitten auf der Wiese haben Tobias Mascher (links) und seine Freundin Lea Stieg das neue Hühnermobil ihres landwirtschaftlichen Betriebes aufgestellt. Neugierig kamen etliche der 930 Hühner, die darin leben, beim © Jürgen Dumnitz

Dinkelhausen – Über 100 000 Euro haben Tobias Mascher (29) und seine Freundin Lea Stieg (26) für ein neues Hühnerhotel investiert. Und die gleiche Summe inzwischen für die Betriebseinrichtung auf dem Hof in Dinkelhausen. Für das Hühnermobil haben beide den Bedarf gesehen, weil die Eier sehr gefragt seien. Beide betreiben ihren eigenen Hühnerhof seit Sommer 2018, haben den lange Jahre bestehenden Betrieb von Familie Ruwisch (Bollensen) übernommen und freuen sich jetzt über das komfortable Hühnermobil auf der Wiese neben dem Hof.

930 Hühner beleben das Mobil und genießen die Freilandhaltung. Sie können im hohen Gras herumspazieren und den großen Auslauf genießen. Die Freilandhühner erhalten laut Tobias Mascher das gleiche Futter wie seine 3000 Hühner in Bodenhaltung in dem gepachteten Stall.

Schon als 16-Jähriger habe er Interesse an einem eigenen Hühnerhof gehabt. Mascher hat Landwirt gelernt, hat in Hildesheim und ein Jahr lang in Neuseeland gearbeitet und war zuletzt bei einem Lohnunternehmen in der Region beschäftigt. Die Selbstständigkeit mögen Tobias Mascher und seine Freundin Lea Stieg, die hauptberuflich als Biologie-Laborantin in Göttingen arbeitet.

Sie haben einen Teil auf dem elterlichen Hof Mascher zu Lager, Packstelle und für den Hofladenverkauf umgebaut und inzwischen vier Beschäftigte – meist in Teilzeit.

Gefüttert werden die Hühner im Stall mit Bodenhaltung und auch im Hühnermobil mit regionalem Futter (meist Weizen aus eigenem Anbau) und frischem Wasser. Das Hühnermobil steht auf Rädern und wird bei Bedarf mehrmals im Jahr weitergefahren, damit die Hühner immer auf der grünen Wiese sind. In der Anlage läuft die Fütterung automatisch. Die Freilandhühner seien tatsächlich von Sonnenauf- bis Sonnenuntergang aktiv, dann gingen sie wieder eigenständig ins „Hotel“.

Mit Stempel deklariert: Am Aufdruck ist die Haltungsform, Herkunft (Land und Bundesland) und Legebetriebsnummer zu erkennen. Auf dem Hof Mascher haben Eier von Hühnern in Bodenhaltung einen roten Stempel (Freilandhaltung grüner Stempel).
Mit Stempel deklariert: Am Aufdruck ist die Haltungsform, Herkunft (Land und Bundesland) und Legebetriebsnummer zu erkennen. Auf dem Hof Mascher haben Eier von Hühnern in Bodenhaltung einen roten Stempel (Freilandhaltung grüner Stempel). © Jürgen Dumnitz

„Ein gutes Huhn legt rund 290 Eier pro Jahr“, sagt Tobias Mascher. Pro Jahr würden rund eine viertel Million Eier produziert. Mit einem Auslieferungsauto werden die Eier auf Bestellung Woche für Woche zu den Kunden im Uslarer Land sowie in den Gemeinden Bodenfelde und Wesertal gefahren.

Verkauft werden die Eier auch im Hofladen und zu bekommen sind sie zudem etwa in den Rewe-Märkten in Uslar und Hardegsen. Auch heimische Schlachter und Bäcker gehören zu den Kunden, ebenso gastronomische Betriebe und Seniorenheime.

Zu den Stempeln auf den Eiern heißt es von Mascher und Stieg: Die 1 steht für Freilandhaltung (grüne Stempelfarbe) und die 2 für Bodenhaltung (rot). Die zwei folgenden Buchstaben DE stehen für Deutschland, die 03 für Niedersachsen und dann folge ihre Betriebsnummer. Eine solche Kennzeichnung sei europaweit Pflicht.

Ehemalige Legehühner (sie legen rund 15 Monate lang Eier) werden auf Bestellung auch als Suppenhühner oder als selbst gemachtes „Sollinger Hühnerfrikassee“ im Glas angeboten.

Kontakt: Hof Mascher, Telefon (tagsüber) 01 78/59 16 13 9 (auch auf Instagram).

Von Jürgen Dumnitz

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