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Bollenser Junggesellen sorgen beim Neujahrstanz für Extra-Rasur

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Nahm es mit Humor: Auch Kai Schormann musste das traditionellen Neujahrsrasieren in Bollensen über sich ergehen lassen.
Nahm es mit Humor: Auch Kai Schormann musste das traditionellen Neujahrsrasieren in Bollensen über sich ergehen lassen. © Roland Schrader

Bollensen – Corona hatte die vergangenen zwei Jahre nicht nur dafür gesorgt, dass viele Veranstaltungen abgesagt wurden. Auch die Bärte der Bollenser Männer wuchsen ins Unermessliche, denn das traditionelle Rasieren am Neujahrstag fand nicht statt. Um so größer war die Freude am Sonntag, als der örtliche Junggesellenverein seinen Neujahrstanz mit dem traditionellen Rasieren veranstaltete.

90 Gäste fanden sich im Dorfgemeinschaftshaus ein.

„Gerade für die ehemaligen Konfirmanden ist es das erste Mal, dass sie rasiert werden“, sagte Daniel Rüdiger, der zusammen mit Julia Schietzoldt das „Rasieren“ organisiert und bereits vor einem Monat begann, ein Team zusammenzustellen. Jeder hatte dabei am Abend seine spezielle Aufgabe: Wilhelm Johanning sucht sich als Polizist die männlichen Besucher aus, die von den beiden „Rasierern“ Fabian Voges und Alexander Wunderlich rasiert werden. Statt Schaum nehmen sie zum „Einseifen“ eine Kartoffel und geschert wird mit einem überdimensionierten Holzmesser. Für das Aufsammeln der Haare sorgten „Fegemädchen“ Natascha Schietzoldt (mit einem Besen), „Fegefrau“ Nadja Linnemann (mit einem Kehrblech) und „Fegemann“ Mario Linnemann (mit einer Holzkiepe). Im Eiltempo tanzten die Teammitglieder über die Tanzfläche, um die Männer zusammenzusuchen und zu rasieren. Im dritten Durchgang kamen die weiteren „Fegefrauen“ Lea Holleck und Lea Schietzoldt hinzu. Währenddessen sorgte Malte Klingemann als Clown für Schabernack. Alle Teammitglieder traten vermummt mit Masken auf, damit sie nicht sofort erkannt werden.

Premiere: Für den 15-jährigen Bollenser Felix Fraeter war es nach seiner Konfirmation die erste Möglichkeit, beim Neujahrsball der Junggesellen rasiert zu werden, da die Veranstaltung wegen Corona zwei Jahre nicht stattfand.
Premiere: Für den 15-jährigen Bollenser Felix Fraeter war es nach seiner Konfirmation die erste Möglichkeit, beim Neujahrsball der Junggesellen rasiert zu werden, da die Veranstaltung wegen Corona zwei Jahre nicht stattfand. © Roland Schrader

„Das ist wie ein Neujahrsempfang und traditionell der erste im Uslarer Land“, freute sich Junggesellen-Präsident Lukas Bauer, der nach zwei „blöden“ Jahren die Gäste begrüßte. „Lasst uns positiv auf 2023 blicken“, sagte Bauer und eröffnete den Ball mit einem dreifachen „Gut Durst“. Beim dritten Durchgang wurde Lukas Bauer traditionell als letzter rasiert. Zuvor bekam der Clown für seinen Schabernack sein Fett weg: Der Polizist rasierte ihm mit seinem Degen den Allerwertesten.

Auch Uslars Bürgermeister Torsten Bauer wurde rasiert. „Das ist eine tolle Traditionsveranstaltung fürs Dorf und und gerade in dieser Zeit wichtig, um positiv in die Zukunft zu sehen“, sagte der Bollenser.

Unmaskiert: Zum Team gehörten (von links) Wilhelm Johanning, Alexander Wunderlich, Mario Linnemann, Fabian Voges, Nadja Linnemann, Lea Schietzoldt sowie (vorn, von links) Lea Holleck, Malte Klingemann und Natascha Schietzoldt.
Unmaskiert: Zum Team gehörten (von links) Wilhelm Johanning, Alexander Wunderlich, Mario Linnemann, Fabian Voges, Nadja Linnemann, Lea Schietzoldt sowie (vorn, von links) Lea Holleck, Malte Klingemann und Natascha Schietzoldt. © Roland Schrader

Genau zehn Minuten dauerte jeder der drei Rasier-Durchgänge, in dem DJ „Hentschman“ alias Christian Hentschel ein Medley aus verschiedenen Märschen spielte. Bis zum Morgengrauen sorgte der DJ für Stimmung. „Mal schauen, ob wir um 11 Uhr beim Aufräumen wieder Leute wecken müssen“, fragte sich der Junggesellen-Präsident, der am Abend auf die nächste Männer-Kulturfahrt für alle Junggesellen, Altgesellen und Ehrenmitglieder hinwies: Vom 23. bis 25. Juni geht es ins Münsterland. Anmeldungen nimmt der Präsident bis zum 31. Januar entgegen. zsv

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