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Ein Kleinod in der Uslarer Altstadt - Martin und Nicole Wilksch sanieren ehemalige Schormannsche Mühle

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Von: Jürgen Dumnitz

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Urbanes Wohnquartier: Die unter Denkmalschutz stehende Schormansche Mühle an der Mühlenstraße ist über viele Monate saniert worden. Hinter der Fachwerkfassade sind zwei großzügige Wohnungen mit Stadtflair entstanden. Unter dem Mühlengebäude (rotes Backsteinhaus/links) erzeugt ein Wasserrad regenerative Energie.
Urbanes Wohnquartier: Die unter Denkmalschutz stehende Schormansche Mühle an der Mühlenstraße ist über viele Monate saniert worden. Hinter der Fachwerkfassade sind zwei großzügige Wohnungen mit Stadtflair entstanden. Unter dem Mühlengebäude (rotes Backsteinhaus/links) erzeugt ein Wasserrad regenerative Energie. © Jürgen Dumnitz

Uslar – Mit dem Denkmalschutz an der Seite und viel Durchhaltevermögen ist es Nicole (49) und Martin Wilksch (52) aus Schönhagen gelungen, einem Teil der Schormannschen Mühle an der Mühlenstraße in Uslar neues Leben einzuhauchen. 2010 erwarb der Ingenieur und Studiendirektor die Wasserrechte für ein inzwischen instandgesetztes Wasserrad zur Stromerzeugung.

2019 kaufte er mit seiner Frau, die als Medizinische Fachangestellte arbeitet, das leer stehende Wohngebäude nebenan. Weil das denkmalgeschützte Gebäude im Stadtsanierungsareal liegt, gab es Fördergeld. „Sonst hätten wir das Projekt wohl nicht in Angriff genommen, nur um neuen Wohnraum zu schaffen“ heißt es jetzt von Martin Wilksch in einem Fazit.

Grund sind die Entwicklungen in den vergangenen Jahren mit Corona, Krieg und der Verteuerung von Baumaterial. Außerdem sei es nicht einfach gewesen, geeignete Handwerker mit Wissen um die Sanierung von alten Häusern zu bekommen.

Deshalb gab es immer wieder Verzögerungen und viel Eigenleistung, um die Kosten unter Kontrolle zu behalten. Er habe wichtige Erfahrungen gemacht, sagt Wilksch, aber ob der das noch einmal so machen würde, sei fraglich.

Ein etwa 1950 angebauter Gebäudeteil durfte abgerissen werden. Bei der Sanierung der Räume im Erdgeschoss und der ersten Etage wurden alle Ver- und Entsorgungsleitungen erneuert. Außerdem mussten morsche Balkenteile teils durch neue ersetzt werden. Alles in Abstimmung mit Sabine Meister von der Denkmalschutzbehörde beim Kreis Northeim, die sich laut der Familie Wilksch kooperativ und kompromissbereit zeigte.

Etwa bei den Holzfenstern, die ursprünglich nach außen geöffnet wurden. Jetzt gehen sie nach innen auf, sind aber nach altem T-Muster angefertigt worden, so wie es auf alten Bildern, die dem Denkmalschutz vorlagen, zu erkennen war.

Berichten von kooperativer Denkmalschützerin: Martin und Nicole Wilksch haben in den Wohnungen teils alte Fachwerkbalken freigelegt und mit neuem Bauholz, das aus statischen Gründen erforderlich war, kombiniert.
Berichten von kooperativer Denkmalschützerin: Martin und Nicole Wilksch haben in den Wohnungen teils alte Fachwerkbalken freigelegt und mit neuem Bauholz, das aus statischen Gründen erforderlich war, kombiniert. © Jürgen Dumnitz

Auch die Meinung von Ralf Mohr von der Stadtverwaltung war gefragt, um die Anforderungen für die Sanierung des Hauses im Altstadt-Sanierungsgebiet zu koordinieren. Das habe prima geklappt, freuen sich Nicole und Martin Wilksch, die viel einheimisches Lärchenholz verbaut haben. Im Wohnbereich der 85 und 90 Quadratmeter großen Wohnungen sind die alten Bauteile clever integriert worden. Die Wohnungen sind von innen isoliert und mit Lehm verputzt worden und haben so einen Neubau-Standard mit dem gewissen Flair. Die Holzteile im Innern sind lediglich mit Leinöl nach dem Bürsten geölt worden, bei der Fassadenfarbe einigte man sich auf weiße Gefache und grau gestrichene Balken.

Und als es Probleme bei der Beschaffung von Dämmung gab, holte Wilksch diese mit einem Transporter kurzerhand selbst aus Leipzig, damit weiter gearbeitet werden konnte. Investiert hat Familie Wilksch rund 600 000 Euro für die Sanierung. Als Fördergeld gab es jeweils rund 80 000 Euro Zuschuss von der Stadt Uslar, dem Land Niedersachsen und dem Bund.

Koordiniert habe das alles die Firma BauBeCon Sanierungsträger GmbH (Bremen) als Projektpartner. Jetzt müssen nur noch am urbanen Leben interessierte Mieter einziehen.

Von Jürgen Dumnitz

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