Umsatzeinbußen

Einkaufsmarkt am Bollert schließt - Ende Juni ist Schluss

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Schließt am 30. Juni: Der Einkaufsmarkt am Bollert mit Diana Schmiedeknecht (rechts) und Mitarbeiterin Sabrina Becker. 

Das Ehepaar Schmiedeknecht schließt zum 30. Juni die Pforten seines Einkaufsmarktes am Bollert in Volpriehausen. Fast sieben Jahre hatte das Paar den Laden an der Hauptstraße betrieben.

Das Ehepaar wollte Gerüchten im Ort entgegentreten und gab den Schließtermin auf der jüngsten Ortsratssitzung bekannt. 2012 übernahm das Paar den damaligen Einkaufsmarkt an der Schachtstraße und zog mit dem Markt vor fünf Jahren in die ehemalige Gaststätte an der Bollertstraße um.

Als Grund für die Schließung gab das Paar Umsatzrückgänge in den vergangenen zwei Jahren an. Die Talfahrt begann im Januar 2017. Das war ihren Angaben zufolge nach dem Einbruch in den Markt mit Postfiliale im November, bei dem unter anderen Postwertzeichen im Wert von 10.000 Euro entwendet worden seien.

Am Ende blieben Schmiedeknechts ihren Angaben zufolge auf dem Schaden sitzen und beendeten die Zusammenarbeit mit der Post zum 1. Januar 2017. Kunden, die auch Postdienste in Anspruch nahmen oder Pakete abholen wollten, blieben aus. 

Zu Umsatzeinbußen kam es nach Angaben von Diana Schmiedeknecht (51) auch, als im vergangenen Jahr mehrere Monate lang auf Bestreben der Bürgerinitiative Bollert-Dörfer von März bis September Verkaufswagen Wurst- und Backwaren anboten. Ein dritter Einbruch kam, so Schmiedeknechts, als im Herbst mehrere ältere Stammkunden verstarben.

Als Gefahr bezeichnete das Paar auch das kommende E-Mobil aus Schlarpe: Damit würden Kunden nicht nur nach Volpriehausen, sondern auch nach Uslar fahren.

Pachtvertrag läuft aus

Da der Pachtvertrag jetzt auslaufe, sei es der richtige Zeitpunkt, aufzuhören, sagte Diana Schmiedeknecht, die sowieso aus gesundheitlichen Gründen kürzertreten will. Ihr Ehemann (46) habe schon bei Tilch Haustechnik in Northeim eine neue Stelle angenommen. Sie bedauert die alten Volpriehäuser, die alleine leben und keine Möglichkeit mehr haben, im Ort einzukaufen. Traurig ist sie auch um Mitarbeiterin Sabrina Becker, die arbeitslos wird, wenn sich kein Nachfolger für den Markt findet.

Der Markt mit seinen 250 Quadratmeter Verkaufsfläche biete seinen Kunden derzeit auch Backwaren von Beckmann, Fleischwaren der örtlichen Schlachterei und Paketannahme von Hermes an. Außerdem gibt es einen runden Tisch, der zum Klönen einlädt.

Ein Marktbetreiber aus dem Landkreis Northeim habe laut Schmiedeknecht Interesse bekundet, sich aber noch nicht entschieden. (zsv)

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