Museum eröffnet am 16. August Ausstellung über 300 Jahre Metallverarbeitung in Uslar

Eisenerz brachte Arbeit

Sollinger Hütte: Das Bild aus dem Jahr 1965 zeigt Formerlehrlinge bei der Arbeit. Foto: nh

Uslar. Vor 300 Jahren gründete das Kurfürstentum Hannover in Uslar eine Eisenhütte, um den „armen Menschen auf dem rauhen Solling eine zusätzliche Nahrung zu verschaffen“. Mit dem Staatsbetrieb knüpfte man an eine Tradition der Eisenverarbeitung in der Region an, die bis ins Mittelalter zurückreicht.

Die Gründung der Hütte im Jahr 1715 hat das Uslarer Museum zum Anlass genommen, um in der Sonderausstellung „Eisen aus Uslar. 300 Jahre Eisenverarbeitung im Solling“ auf diese lange Zeit zurückzublicken. Eröffnet wird die Ausstellung am Sonntag, 16. August.

Im Mittelpunkt steht die lange Geschichte der Sollinger Hütte, zu deren ersten Produkten Sensenblätter, Äxte, Messer, Scheren, Sägen und Hämmer – alles Produkte, die in der Region gebraucht wurden – gehörten. Im 18. und 19. Jahrhundert war das Unternehmen vor allem für Produkte aus Gusseisen berühmt. Waffeleisen, Fensterrahmen und Bügeleisen gehörten zum Sortiment.

Seit der Gründung stellte die Sollinger Hütte auch Kriegsgerät für die Kriegskanzlei in Hannover her. In den beiden Weltkriegen war sie ein wichtiger Rüstungsbetrieb, der vor allem Granaten herstellte.

Nach dem Zweiten Weltkrieg erlebte die Sollinger Hütte einen kräftigen Aufschwung. Hans A. Kampmann modernisierte und erweiterte die Firma, die bis zu 500 Uslarern Lohn und Brot gab.

Neben der Sollinger Hütte hat die 1924 gegründete Eisen- und Metallgießerei F.A. Schneider GmbH in der Ausstellung ihren Platz gefunden. Das Unternehmen beschäftigt heute noch 45 Mitarbeiter und fertigt Klein- und Mittelserien in Grau- und Spritzguss, insbesondere für den Maschinen- und Anlagenbau.

In der Ausstellung im Museum werden ungewöhnliche Exponate sowie bisher unbekannte Fotos aus einer Berliner Sammlung auf großformatigen Infofahnen und in kleinen Inszenierungen präsentiert. Eröffnet wird die Schau am Sonntag, 16. August, um 11 Uhr mit einer kurzen Einführung und Grußworten im Historischen Rathaus, anschließend kann sie im Museum besichtigt werden.

Das Uslarer Museum ist regelmäßig dienstags bis sonntags von 15 bis 17 Uhr sowie freitags von 10 bis 12 Uhr geöffnet. (shx)

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