Infoveranstaltung über Unterbringung von Asylbewerbern – Ankunft am Mittwoch

Erste Flüchtlinge kommen

Volles Haus des Gastes: Über 100 Menschen ließen sich in Gieselwerder von der Gemeinde und dem Landkreis über die zu erwartenden Flüchtlinge an der Oberweser informieren. Foto: Temme/nh

GIESELWERDER. Mit offenen Armen – so wollen die Bürger aus Gieselwerder am kommenden Mittwoch die ersten Flüchtlinge begrüßen, die von da an eine Unterkunft in der Mitte ihres Ortes haben. So war zumindest der Tenor am Donnerstagabend, als die Gemeinde und der Landkreis Kassel zu einer Informationsveranstaltung ins Haus des Gastes eingeladen hatte.

35 Menschen aus verschiedenen Ländern sollen an die Oberweser kommen. „Sicher können wir sagen, dass es eine kleine Familie aus Eritrea sein wird, eine fünfköpfige aus Mazedonien und ein einzelner Mann aus Somalia“, sagte Hajo Ullrich, Asylbeauftragter des Landeskreises. Wer noch nachrücke, sei bislang offen. Konkrete Angaben über die Nationalitäten konnten die Vertreter des Landkreises auch nicht für die Herberge in Oedelsheim geben, wo in vier Wochen erste Emigranten untergebracht werden sollen.

Über die Unterbringungsmöglichkeit mitten in Gieselwerder ist der Landkreis sehr froh. „ Wer die Menschen kennenlernen möchte, was sehen oder wissen will ist jederzeit willkommen – allerdings mit Anmeldung, denn wir wollen keinen Zoo daraus machen“, so Ullrichs Angebot.

Ernsthaftes Interesse an einem Miteinander zeigte sich etwa an der Frage, wie man denn miteinander kommunizieren könne. Reinhard Grünzel, der in Deisel ein Haus an Flüchtlinge vermietet hat, sagte, dass es viele Möglichkeiten gebe, wenn man es wolle. Ob mit Hand und Fuß oder einem Handy-Übersetzungsprogramm. Seiner Erfahrung nach, hat es in dieser Beziehung noch keine Probleme gegeben.

Einwohner wollten wissen, wie viel Geld Flüchtlinge bekommen, ob sich Hauseigentümer mit der Vermietung an Flüchtlinge eine goldene Nase verdienen können und mit was für einer Ausstattung die Ankömmlinge auskommen müssen.

Die Flüchtlinge bekommen Harz IV, so die Antwort, der Vermieter knapp vier Euro für den Quadratmeter und das Inventar ist standardisiert. „Natürlich haben die Menschen von uns eine Erstausstattung bekommen – Geschirr, Bettwäsche und Ähnliches, denn manch einer kommt nur mit einer halbvollen Alditüte hier an“, sagte Jörg Rossberg, Fachbereichsleiter Soziales beim Landkreis in Kassel.

Dass in Zukunft reichlich Obdach im nördlichen Kreisteil für Flüchtlinge benötigt wird, daraus machte man kein Geheimnis. Hofgeismar, Espenau, Bad Karlshafen – dort seien sie schon konkrete Projekte am Laufen.

Asylbetreuer ist Partner

Wie Austausch und Integration in Gieselwerder gestaltet werden können, darüber kann man sich mit Jens Schultheis auseinandersetzten. Der Asylbetreuer ist zuständig und freut sich über Anregungen.

Insgesamt wurde bei der Veranstaltung nur sehr vorsichtig nachgefragt: „Natürlich konnte man auf dem ein oder anderen Gesicht eine gewisse Skepsis feststellen, aber bei ähnlichen Veranstaltungen waren die Fragen wesentlich kritischer“, sagte Hajo Ullrich. (nh) KOMMENTAR

Von Tanja Temme

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