Exmoor-Ponys aus dem Solling ziehen nach Dänemark

Exmoor-Ponys im Hutewald: Zwölf Tiere, die bisher im Reiherbachtal bei Nienover grasten, wurden an das Naturschutzprojekt „Mols-Labor“ des Naturhistorischen Museums Aarhus in Dänemark verkauft. Foto: Naturpark Solling-Vogler/nh

Neuhaus. Die Exmoor-Ponys gedeihen im Hutewald bei Nienover so prächtig, dass sie jetzt sogar bis nach Dänemark verkauft werden. Auf dem Areal im Reiherbachtal werden Auerochsen und Exmoor-Ponys für die Offenhaltung des lichten Eichenwaldes eingesetzt. Die Ochsen werden nach dem Schlachten teilweise als regionale Spezialität angeboten. Jetzt hat der Naturpark Solling-Vogler ein Dutzend Exmoor-Ponys für ein dänisches Landschaftsschutzprojekt bei Aarhus verkauft.

Aarhus ist die zweitgrößte Stadt des Landes und liegt im Osten der Region Midtjylland. Zusammen mit Galloway-Rindern sollen die zwölf ExmoorPonys in Dänemark eine etwa 350 Hektar große Naturschutzfläche in der Nähe von Ebeltoft offen halten. Die Fläche gehört zum Feldlabor des Naturhistorischen Museums Aarhus. Das dänische Beweidungsprojekt ist ein Friedwald, dessen Wald- und Offenlandbereiche unter Schutz gestellt sind. Eine Delegation des Museums hatte den Naturpark im Oktober besucht und die Ponys und deren Lebensräume in Augenschein genommen, heißt es in einer Pressemitteilung von Naturpark-Geschäftsführer Kurt Hapke.

Attest nach Untersuchung

Nach einer Gesundheitsprüfung sind die robusten Ponys mit einem Attest der Northeimer Kreisveterinärin Dr. Ulrike Adrian von einem professionellen Pferdetransporteur nach Dänemark gefahren worden. Jedes Tier ist zuvor mit einem Mikrochip versehen worden, weil ein Transport ohne diese Markierung nicht zulässig ist.

Als das Hutewald-Projekt im Jahr 2000 begann, gab es im Solling zunächst sieben Exmoor-Ponys für die Landschaftspflege. Zeitweise lebten später bis zu 70 Pferde auf dem Areal. Die Tiere werden nicht nur im Hutewald der Niedersächsischen Landesforsten, der vom Zweckverband betreut wird, eingesetzt, sondern grasen laut Hapke auf zwölf weiteren Weiden, etwa am Hochmoorrand, auf den Silberborner Bergwiesen, in den Ahlewiesen, an den Stukensteineichen, in der Revierförsterei Wildenkiel sowie in Derental und bei Wahmbeck.

„Die Exmoor-Ponys haben sich bei der Landschaftspflege in Mischbeweidung mit Rindern bewährt“, sagt Hapke. Sie fressen Gehölze zurück und halten Wiesentäler und Landschaft offen. Die Ponys zeichnen sich durch ihre Genügsamkeit aus. Sie benötigen im Hutewald auch im Winter nur wenig Zufütterung, weil sie sich auch von Wurzeln, Zweigen und Eicheln ernähren.

Schon 30 Pferde verkauft

Hapke und sein Beweidungs-Projektleiter Frank Grajewski sind überzeugt davon, dass das Dutzend aus dem Solling in Dänemark ein gutes Zuhause gefunden hat. Der Naturpark gilt als einer der größten Exmoor-Ponyhalter in Deutschland und hat sich in über 16 Jahren einen guten Ruf erarbeitet. In den vergangenen drei Jahren wurden schon 30 Ponys abgegeben. (jde)

Internet: www.naturpark-solling-vogler.de Archivfotos: jde

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