Abschiedskonzert mit der Gruppe „Ganz Schön Feist“ im ausverkauften Forum

Abschied von "Ganz Schön Feist": 500 Fans hören nochmal Killama

Uslar. Das war’s dann also. 20 Jahre „Ganz Schön Feist“ sind vorbei, und über 500 Gäste aus Uslar und Umgebung verfolgten das Konzert der Abschiedstournee des Göttinger Trios im Forum des Gymnasiums, in dem Rainer Schacht, einer der drei Feisten, einst seine Schülerjahre verbrachte.

Der Abschied fiel wahrlich schwer, sowohl den drei Sängern als auch dem Publikum im völlig ausverkauften Forum. Mathias Zeh, alias C., Frontsänger und Texter der meisten Stücke, Christoph Jess, beide aus Göttingen, ihr Uslarer Kollege Rainer Schacht und ihre Gäste applaudierten sich nach vier Zugaben gegenseitig. „Wahnsinn, hier sind ja doppelt so viele Menschen wie in Dinkelhausen wohnen, und das völlig freiwillig“, brachte Rainer Schacht seinen Heimvorteil ins Spiel.

Abschiedskonzert von "Ganz Schön Feist"

 © 
 © 
 © 
 © 
 © 
 © 
 © 
 © 
 © 
 © 

Schacht klärte das Publikum auch über den wahren Grund auf, warum die Gruppe das Tourneeleben beende. Die HNA hätte zwar darüber berichtet, aber nicht den Kern getroffen. Tatsächlich hätte man jetzt so viel Geld verdient, dass man einfach nicht mehr wisse, wohin damit.

Wenn man ein Lied schreibt sollte man wissen, wie es wirkt, erklärte Mathias Zeh. Wenn es danach geht, dann kann man sich das Privatleben der Gruppe turbulent vorstellen. Das ganze Beziehungsleben, von Anfang bis Ende, rauf und runter, mit Alkohol und ohne, darum geht es, immer im Mit-Wipp-Rhythmus und schön gereimt.

Von Consuela, „sie war schön und er war reich“, über das „Gänseblümchen“ bis zum „Aphrodisiakum“ oder das afrikanisch inspirierte „Killama“, das wohl viele Männer nachvollziehen konnten, die auf dem Weg zum Ziel an den Streichelbedürfnissen ihrer Frauen gescheitert sind. Und das sehr wahrscheinlich alles nur, weil sich Mathias und Rainer ausgerechnet beim Hochschul-Sport kennen lernten und gemeinsam der schönen Kerstin, blaue Augen, blonde Haare, „Modell Heidekönigin“, beim Hochsprung unterlagen.

„Es ist nicht leicht, cooler zu sein als man eigentlich ist“, sagte Zeh zum Abschied, und Rainer Schacht ließ einen Funken Hoffnung bei den Fans glimmen: Sollte der Abschied eine große, nicht zu schließende Lücke hinterlassen, sei das Absicht.

Aber, wenn das Publikum rufe, kehre man vielleicht auch einmal zurück.

So humorvoll der Abend verlief, am Ende, nach Applaus im Stehen, wurde es dann doch noch einmal wehmütig. Mit „Walk down that lonesome Road“ verabschiedeten sich die drei Feisten wunderschön a capella fürs Erste endgültig.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.