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Ferienhaus muss Ferienhaus bleiben -Stadt setzt Regeln des Bebauungsplans durch

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Von: Jürgen Dumnitz

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Uslar/Eschershausen – Dauerhaft wohnen darf man nach wie vor nicht im Feriendorf zwischen Uslar und Eschershausen. Grundlage dafür ist der Bebauungsplan der Stadt Uslar. Darin ist unter anderem festgelegt, dass die speziell als Feriendomizil konzipierten Häuser die meiste Zeit im Jahr an Touristen vermietet werden müssen und dass es keine Zäune zwischen den Grundstücken gibt, sondern nur trennenden Bewuchs.

Gehört zur Eschershäuser Gemarkung: Das Uslarer Feriendorf mit 18 Häusern wurde als Ferienhaus-Siedlung konzipiert und soll auch weiterhin ausschließlich eine Anlage mit zu vermietenden Ferienhäusern bleiben.
Gehört zur Eschershäuser Gemarkung: Das Uslarer Feriendorf mit 18 Häusern wurde als Ferienhaus-Siedlung konzipiert und soll auch weiterhin ausschließlich eine Anlage mit zu vermietenden Ferienhäusern bleiben. Foto: Roland Schrader/zsv © Roland Schrader

Die ersten Häuser auf der ausgewiesenen Fläche wurden von einer bis 2002 bestehenden Feriendorf Uslar GmbH 1994/95 errichtet und vermarktet. Inzwischen stehen 18 Ferienhäuser im unteren Bereich des Geländes und die Vermarktung hat seither die Ferienhaus Uslar GmbH mit den Eigentümern der Häuser als Gesellschafter inne. Geschäftsführerin ist die frühere Uslarer Geschäftsfrau Ursula Even. Zum Beirat gehören Rolf Pahl, Martina Sprink und Heinrich Bunzendahl, ist auf der Internetseite nachzulesen. Die Ferienhaus-Typen heißen „Ital“ (55 Quadratmeter für vier Personen) und „Solling“ (65 Quadratmeter für bis zu sechs Personen).

Wie bereits 2008 gab es jetzt erneut das Gerücht, dass Ferienhäuser zum Dauerwohnen genutzt werden. Und weil ein Bewohner das Feriendorf als seinen Hauptwohnsitz angab, musste man tätig werden, bestätigte Ralf Mohr von der Stadtverwaltung auf Anfrage der Sollinger Allgemeine. Das Feriendorf war auch Thema in der jüngsten öffentlichen Ortsratssitzung in Eschershausen. Da kursierten allerlei Gerüchte. Laut Ralf Mohr hat der bisherige Dauerbewohner bereits zwei weitere Bauplätze in dem Ferienhaus-Areal gekauft und abgeholzt. Dort wollte er zwei Einfamilienhäuser bauen. „Das geht gar nicht, weil der Bebauungsplan das nicht zulässt“, so Mohr weiter.

Inzwischen habe der Mann seinen Plan geändert und den Bau eines Ferienhauses beantragt und vom Landkreis Northeim genehmigt bekommen. Für das Feriendorf seien unter anderem die Hausgröße und auch die Firsthöhe festgelegt, damit der typische Feriendorf-Charakter erhalten bleibt und die Gäste sich dort während ihres Aufenthaltes wohlfühlen. Einen aufgestellten Zaun müsse der Eigentümer, der inzwischen woanders einen Wohnsitz angemeldet hat, wieder abbauen.

Zum Glück gebe bisher weder von den Hauseigentümern im Feriendorf noch von politischen Gremien in Eschershausen oder Uslar Bestrebungen, den gültigen Bebauungsplan für das Freizeit- und Erholungsgebiet zu ändern, bestätigte Mohr. Als abschreckendes Beispiel nennt er die Siedlung Weper bei Nienhagen. Das Gebiet sei einst als Ferienhaussiedlung geplant und konzipiert worden. Nach Jahren habe es der zuständige Rat der Stadt Moringen versäumt, dem eingeschlichenen Dauerbewohnen einen Riegel vorzuschieben. Inzwischen sei Weper quasi ein Dorf neben dem Dorf und ein schlechtes Beispiel für die Entwicklung einer Ferienhaussiedlung. Von Jürgen Dumnitz

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