Finanzbehörde schränkt laut Lippoldsberger Brandschützer die Ehrenamtlichkeit ein

Feuerwehr klagt über Amt

Treue Mitglieder des Feuerwehrvereins: Jürgen Pape (hinten von links) mit Werner Schiwatsch, Helmut Reins, Stefanie Feyk, Bernd Peschmann, Dirk Schlimme, Andreas Schlimme sowie (vorn von links) Erich Bodenhausen, Hermann Schulte, Fritz Don und Fabian Feyk. Foto: Privat/nh

Lippoldsberg. Die Gemeinnützigkeit des Feuerwehrvereins Lippoldsberg ist in Gefahr. Das teilt zumindest Nicole Gans als Pressewartin des Vereins im Bericht über die Jahreshauptversammlung der Brandschützer mit. Hintergrund sind Äußerungen des zuständigen Finanzamtes über als „Annehmlichkeiten“ deklarierten Zuwendungen des Vereins an die Mitglieder.

Alle drei Jahre müsse der Feuerwehrverein eine Steuererklärung abgeben. Der Vorsitzende Jürgen Pape und Kassierer Peter Hummel beklagten nun bei der Jahrestagung die neuen Auflagen des Finanzamtes, durch die das Ehrenamt immer mehr infrage gestellt werde. Ausgaben für die „Annehmlichkeiten“ pro Person dürfen die Mitgliedseinnahmen nicht überschreiten. Weil die Lippoldsberger Feuerwehr lediglich zwölf Euro pro Mitglied im Jahr kassiere, bleibe kein großer Spielraum bis zur aufgezeigten Grenze.

Als finanztechnische „Annehmlichkeiten“ gelten laut Nicole Gans beispielsweise auch die Verpflegung nach Übungen und die Kosten der Jahreshauptversammlung. Wenn die bisher übliche Vorgehensweise nicht geändert werde, dann werde die Gemeinnützigkeit des Vereins aberkannt, zitiert die Feuerwehr das Finanzamt. „Diese Bürokratie ist kaum noch zu bewältigen“, kritisieren die Vorstandsmitglieder der Feuerwehr. Es handele sich um eine freiwillige Feuerwehr, deren Mitglieder alle ehrenamtlich tätig seien und dafür oft viel Freizeit opfern und dafür „nicht mal nach einem Unterrichtsabend eine vom Verein bezahlte Bratwurst essen dürften“, heißt es weiter. Jetzt werde geprüft, ob ein Steuerberater helfen könne und eine Satzungsänderung sinnvoll erscheine.

In seinem Bericht erinnerte Wehrführer Jürgen Pape an die Einsätze und an eine besondere Spende. Ein Einwohner hat der Feuerwehr einen gebrauchten Rüstsatz (Schere/Spreizer), ein Glasmanagement-System und einen akkubetriebene Säbelsäge spendiert. Dadurch sei die Wehr nun auch in Sachen technische Hilfeleistung gut aufgestellt, hieß es in der Jahrestagung. Dieses Jahr steht verstärkt technische Hilfeleistung auf dem Dienstplan.

Außerdem ging es um den wöchentlichen Dienstsport, der im vergangenen Juli eingeführt wurde. Körperliche Fitness ist laut Vorstand ebenso wichtig, wie die Kooperation innerhalb der einzelnen Gruppen. Drei Feuerwehrleute besuchten einen Trainerlehrgang, um den Feuerwehr-Sport effektiver gestalten zu können. (jde)

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