Gemeinde setzt aufs Ehrenamt und auf Vermieter

31 Flüchtlinge leben im Flecken

Mirko von Pietrowski

Bodenfelde. „Nein, die Gemeinde Bodenfelde hat das seit Monaten geschlossene Gasthaus Kempe nicht gekauft“, sagte Bodenfeldes Bürgermeister Mirko von Pietrowski am Mittwoch auf Anfrage der HNA.

In der Wesergemeinde kursiert das Gerücht, der Flecken habe das Gebäude gekauft, um darin Flüchtlinge unterzubringen.

Laut von Pietrowski leben derzeit 31 Flüchtlinge und Asylanten im Gebiet des Fleckens. Alle seien in Wohnungen von privaten Anbietern untergebracht. Und für weitere zwölf Flüchtlinge stünde bei Bedarf weiteter Wohnraum von Privat zur Verfügung. Derzeit gebe es dafür aber keine Zuweisungen vom Landkreis Northeim. Die Gemeindeverwaltung kümmere sich lediglich um die Unterbringung, hieß es vom Bürgermeister. „Wir sind in Wartestellung.“

Die neuen Einwohner kommen laut von Pietrowski aus Montenegro, Somalia, Syrien, Albanien, Georgien und Russland, gehörten teils der russisch-orthodoxen Kirche. Es handele sich meist um Familien, die teilweise mit sehr jungen Kindern angekommen seien.

Der Bürgermeister setzt bei der Betreuung auf die ehrenamtliche Unterstützung im Ort. Da gebe es neben Kontakten zum Uslarer Familienzentrum auch weitere zur Initiative für Bodenfelde und Privatpersonen, die die Flüchtlinge mit betreuen. Bei der Betreuung ginge es unter anderem darum, dass den Menschen geholfen werde, sich in der neuen Umgebung zurechtzufinden. „Wir wollen eine freundliche Gemeinde für alle sein“, wünscht sich von Pietrowski.

Zu kurzer Vorlauf

Zum Status der neuen Bewohner des Weser-Ortes könne er nichts sagen. Einige seien aber wohl um Asyl bemüht, andere vor Krieg und Verfolgung geflüchtet. So werde der Aufenthalt für einige auch nur kurz sein, während andere bestimmt auch länger bleiben würden.

„Wir beklagen, dass uns die Mitteilungen des Landkreises über Zuweisungen teils sehr kurzfristig erreichen“, sagte der Bürgermeister. Es sei eine Herausforderung noch rechtzeitig reagieren zu können. Teilweise vergehen nur drei Tage von der Info bis zur Anreise der Flüchtlinge.

Dieser Vorlauf sei zu kurz, sei aber wohl der Dynamik und der Menge des bundesweiten Flüchtlingsstroms geschuldet. (jde)

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