Uslarer Ratsfraktion beantragt Veränderungssperre für ehemaliges Krankenhaus

UWG fordert Mitsprache

Exponierte Lage: Bernd Franke will wissen, was mögliche Investoren mit dem Bau des ehemaligen Uslarer Krankenhauses vorhaben. Foto: Schmidt-Hagemeyer

Uslar. Die Zukunft des ehemaligen Krankenhauses lässt der Uslarer UWG-Fraktion keine Ruhe. Hintergrund: Drei Jahre nach der Schließung fand sich im April scheinbar endlich ein Käufer für den Gebäudekomplex: die Uslarer Immobilienfirma Woythal. Laut Firmenchef Sven Woythal soll das Gebäude an eine auswärtige Gruppe zwecks Einrichtung einer vollstationären Pflegeeinrichtung weiter veräußert werden.

Noch 2015 sollten die ersten Patienten einziehen, hieß es im Frühjahr (HNA berichtete). Der Tafelladen musste ausziehen. Doch ansonsten tut sich nichts. Auch die Uslarer Kommunalpolitiker tappen im Dunklen. Bereits mehrfach habe die UWG in der Stadtverwaltung und im Rat nachgefragt. Man habe jedoch nur die Auskunft erhalten, dass keine Pläne vorlägen, kritisiert Bernd Franke, Vorsitzender der Unabhängigen Wählergemeinschaft (UWG) und fordert von der Uslarer Politik, aktiv zu werden.

Spekulationen

„In Uslar pfeifen es bereits die Spatzen von den Dächern, dass ein Investor eine Großanlage plant. Für welchen Zweck ist jedoch ungeklärt“, sagt die UWG-Fraktionsvorsitzende Heidemarie Steingräber. Nur eines sei klar: Ein Krankenhaus werde es nicht mehr geben. „Damit ist der Spekulation Tür und Tor geöffnet, diese reichen von Jugendknast bis Seniorenheim und führen zur Unruhe in der Bevölkerung.“

Die Auskunft von Bürgermeister Torsten Bauer, man werde rechtzeitig informieren, reiche der UWG nicht aus, heißt es von Seiten der Ratsfraktion.

Stadt soll mitreden

Denn Franke und Steingräber befürchten, dass ein neuer Eigentümer beim Landkreis Northeim einen Bauantrag stellen beziehungsweise eine Nutzungsänderung für den Bau beantragen könnte und die Stadt Uslar dann nicht mehr eingreifen kann. Steingräber: „Unsere Möglichkeiten liegen hier nur in einer geordneten Bauleitplanung, da hat die Stadt Uslar das Heft des Handelns in der Hand und somit die Politik.“

Inzwischen hat die UWG darum bei der Stadt Uslar offiziell einen Antrag zur Aufstellung eines Bebauungsplanes sowie zum Erlass einer Veränderungssperre eingereicht. Die Nutzung des Gebäudes solle auf eine innenstadtrelevante Einrichtung beschränkt werden, fordert Franke und verweist auf die „exponierte Lage“ des Komplexes mitten in der Stadt. „Wir sind gesprächsbereit“, signalisiert der UWG-Vorsitzende in Richtung der unbekannten Investoren und betont: „Aber ohne uns läuft hier nichts mehr.“ (shx)

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