Vertreter wollen Uslar im Waren-Zusammenschluss mit Adelebsen behalten

Volksbank: Fusion ja, neuer Name nein

Eschershausen. Die Vertreter der Volksbank Solling haben der Ausgliederung des Kornhauses Uslar zur Fusion mit der Warenabteilung der Volksbank Adelebsen in einer außerordentlichen Versammlung einmütig (bei 13 Enthaltungen) zugestimmt.

Tags zuvor hatte schon die Nachbarbank mit großer Mehrheit dafür votiert. Doch gab es aus den Reihen der 127 Vertreter im Gasthaus Johanning in Eschershausen regen Widerstand vor allem gegen den neuen Namen. Über den sollen Vorstand und Aufsichtsrat nun nachverhandeln.

Die außerordentliche Vertreterversammlung war gekennzeichnet einerseits von den Bemühungen der Bankführung, die Fusion von Kornhaus Uslar und Silo Adelebsen auf den Weg zu bringen, weil es am 1. Januar schon los gehen soll. Andererseits machten vor allem die Landwirte und auch andere Vertreter Front gegen den geplanten Namen der neuen Waren-GmbH als Raiffeisen Schwülme Gmbh. Zudem kam Kritik an der Festlegung des Firmensitzes in Adelebsen auf. In beiden Fällen komme Uslar überhaupt nicht mehr vor. Die Fusion selbst sahen dagegen alle als absolut erforderlich und zukunftsweisend an.

Klaus-Uwe Fischer

Vorstand Klaus-Uwe Fischer und Aufsichtsratsvorsitzender Volker Feige rechtfertigten die Namensgebung. Es sei bewusst ein neutraler Name gewählt worden, damit keine Emotionen ins Spiel kämen. Doch genau das geschah bei den Vertretern der Volksbank Solling. Es führte sogar so weit, dass Vertreter Eckhard Fuhrmann ankündigte, „die ganze Sache zu kippen“.

Hinzu kam die Sorge aus den Reihen der Landwirte, dass nach Bernd Tepperwien, der als Kornhaus Uslar-Chef in anderthalb Jahren in die Altersteilzeit in Uslar wechselt, kein kompetenter Ansprechpartner mehr zur Verfügung stehe. Die persönliche Beratung in Uslar müsse gesichert bleiben, forderte zum Beispiel Henning Gehrke aus Wiensen.

Es halfen auch die Versprechungen des Vorstands und des Aufsichtsrates nichts, dass der Firmensitz nur von juristischer Bedeutung sei und beide Standorte erhalten bleiben sowie dass das Schild Kornhaus Uslar hängen bleibe: Die Vertreter gaben erst Ruhe, als sie die Zusage von Aufsichtsratschef Feige bekamen, dass über den Namen erneut verhandelt werde. Dabei soll es nach in Richtung Raiffeisen Adelebsen-Uslar gehen.

Volker Feige

Die Ausgliederung der Warenabteilungen zu einer eigenständigen Tochterunternehmung beider Banken wurde als strategisch wichtiger Schritt bewertet. Mit Adelebsen sei ein Partner auf Augenhöhe gefunden. Eindeutig kam dazu die Aussage von Volker Feige: Von Bank-Verschmelzung etwa mit Dransfeld sei über die Waren-Fusion hinaus mit diesem Vorstand und Aufsichtsrat nichts zu machen, erteilte er Fusionsbestrebungen ein klare Absage.  

Umsatz- und Ertragsausweitung, Kostensenkung, Zentralisierung und Erhalt des regionalen Warengeschäfts und der Standorte sowie keine betriebsbedingten Kündigungen. Das sind die Hauptziele der neuen Waren-GmbH, die nach der Ausgliederung der beiden Sparten aus den Volksbanken Solling und Adelebsen entstehen soll.

Die beiden Mutter-Banken beteilige sich je zur Hälfte an der neuen Tochterfirma. Als Geschäftsführer sollen die Vorstände Klaus-Uwe Fischer (Solling) und Norbert Ewald (Adelebsen) fungieren. Die neue GmbH soll einen achtköpfigen Beirat erhalten mit jeweils zwei Aufsichtsratsvertretern und jeweils zwei Kunden der beiden Volksbanken. Die beiden Kornhäuser lagen umsatzmäßig in 2012 mit neun Millionen Euro etwa gleichauf.

Als Zeitplan ist nach der Zustimmung zum Ausgliederungskonzept in den Vertreterversammlungen der beiden Banken am Wochenanfang der gemeinsame öffentliche Auftritt ab 1. Januar vorgesehen.

Intern werden die Geschäfte zunächst noch über die jeweilige Mutterbank weitergeführt, bis im neuen Jahr verbindliche Beschlüsse über die Ausgliederung in den Vertreterversammlungen gefasst sind. (fsd)

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.