Einwohner von Verliehausen und Ahlbershausen wollen Bürgerinitiative gründen

Gegenwind für zweites Windrad am Klingelhövel

Düstere Wolken über der Planung für ein zweites Windrad am Klingelhövel: Laut Erhebungen von Anwohnern in den Dörfern Verliehausen und Ahlbershausen wird ein weiteres Windrad mehrheitlich abgelehnt. Der Widerstand will sich formieren. Archivfoto:  nh

Mit erheblichem Gegenwind müssen die Initiatoren eines möglichen zweiten Windrades am Klingelhövel im Dreieck zwischen Ahrenborn, Verliehausen und Ahlbershausen rechnen.

Das kündigen zumindest Bernd Schmiedel, Friedbert Leßner und Holger Viergutz von der Bürgerinitiative gegen ein weiteres Windrad an, die in der Gründungsphase sei, wie die drei Männer im Gespräch mit der HNA sagten.

Ziel der Bürgerinitiative ist die Verhinderung eines zweiten Windrades am Lichtenberg, das Marc Jakobi (Arenborn) und sein Kompagnon Bernd Brinkmann (Minden) unweit der ersten Anlage errichten wollen. Gestützt wird der Widerstand auf Umfragen in den beiden Dörfern.

Die Umfrage in Verliehausen ergab zudem, dass es durch die jetzige Anlage teilweise massive Belastungen vor allem durch Lärm gebe. Durch die geografische Lage der geplanten zweiten Anlage und die Nähe zum Ort erwarte die Mehrheit der Bevölkerung eine noch höhere Lärmbelastung. 88 Prozent der Einwohner, so Leßner und Viergutz, lehnen deshalb den Bau einer zweiten Anlage ab, während sieben Prozent der Befragten keine Einwände dagegen haben.

Vor allem der ständige Propellerschlag des bestehenden Enercon Windrades E 92 bei einer Nabenhöhe von 135 Meter und einer Gesamthöhe von 185 Meter wurde auch in Ahlbershausen mehrheitlich beklagt, erklärte Schmiedel nach der Auswertung der Fragebögen.

Es habe sogar eigene Lärmmessungen gegeben, die einen höheren Wert ergeben hätten, wie sie im Gutachten der Firma Enercon zum ersten Windrad berechnet worden sind, sagte Schmiedel.

Kein unabhängiges Gutachten

Die drei Männer der Bürgerinitiative glauben, dass es sich bei der Enercon-Berechnung, wie sie für den Bauantrag beim Landkreis gefordert wurde, nur um einen theoretischen Wert handelt und nicht um ein unabhängiges Gutachten. Die Geländestruktur und die Lage der Häuser zum bestehenden Windrad seien nicht richtig eingeschätzt und berücksichtigt worden, so das Trio. Die jetzige Anlage werde von vielen Anwohnern subjektiv als „zu laut“ empfunden. Dazu kommen Probleme mit Schlagschatten bei einem bestimmten Stand der Sonne, berichtet Schmiedel.

Ähnlich sei es in Verliehausen, bestätigte Leßner. Das landwirtschaftlich geprägte Dorf sei Mischgebiet, in dem 40 Dezibel Lautstärke erlaubt wären. Es sei aber was anderes, wenn Anwohner tagsüber Rasen mähen, Holz sägen oder mit dem Trecker fahren. Der Flügelschlag sei meist Tag und Nacht permanent zu hören. Anwohner hätten die Lärmbelastung mit „unerträglich“ angegeben.

Bisher 230 Unterschriften 

„Wir sind bei der ersten Anlage davon ausgegangen, dass wir nicht geschädigt werden“, sagt Friedbert Leßner. Dass es jetzt viele Gegner gegen ein zweites Windrad gebe, liege an der Enttäuschung vieler Einwohner in Ahlbershausen, Verliehausen und sogar Arenborn. Zudem werde die Natur geschädigt und die Lebensqualität eingeschränkt. Und deshalb wolle die Bürgerinitiative eine zweite Industrieanlage am Lichtenberg verhindern. Bisher gebe es schon 230 Unterschriften. (jde)

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