Es geht voran mit der Dorfheizung in Sohlingen

Ampelregelung: Für die Verlegung der Nahwärme-Rohre in Sohlingen ist die halbe Fahrbahn gesperrt. Foto: Dumnitz

Sohlingen. Der Endspurt zum Bioenergiedorf in Sohlingen hat begonnen: Der Bau des Nahwärmenetzes, auch Dorfheizung genannt, über das mehrere Haushalte mit Wasser zum Heizen durch Abwärme der beiden Biogasanlagen versorgt werden, schreitet voran.

Im ersten Bauabschnitt geht es entlang der Uslarer Straße, der Ortsdurchfahrt der Bundesstraße 241. Danach werden die Leitungen in der Siedlung verlegt. Bislang läuft alles plangemäß, berichtet Heike Mittelstädt von der Sohlinger Bioenergie-Genossenschaft. Probleme bereite lediglich die unterschiedlich dicke Asphaltschicht der Bundesstraße.

Demnächst sollen an den Ortseingängen Bauschilder aufgestellt werden, die die Autofahrer informieren, was in Sohlingen eigentlich gebaut wird. Die Regelung des Verkehrs mit Ampeln funktioniere bisher. Es habe noch keinerlei große Wartezeiten und Beschwerden gegeben.

Für das Projekt, bei dem bisher Anschlüsse an 50 Häuser vorgesehen sind, sind noch Kapazitäten frei. Bis zu 70 Häuser können angeschlossen werden. Die Kosten für das 3,5 Kilometer lange Leitungsnetz gibt die Genossenschaft als Bauherr mit 1,4 Millionen Euro an.

Die Investition für Hauseigentümer liegt zwischen 1500 und 3500 Euro. Hinzu komme noch eine Beteiligung an der Genossenschaft in Höhe von 5000 Euro. Das aber werde als Kapitalanlage gesehen. Wichtigste Botschaft der Anbieter: Geringere Investitionskosten gegenüber einer herkömmlichen Ölheizung und 20 bis 30 Prozent weniger Verbrauchskosten.

Die Nahwärme kommt in Sohlingen aus den beiden von Landwirten betriebenen Biogasanlagen Krämer und Gebauer. Beide Biogasanlagen erzeugen seit 2010 bzw. 2011 etwa vier Millionen Kilowattstunden Strom, ausreichend für mehr als 850 Haushalte. Künftig werden zusätzlich jedes Jahr 3,5 Mio. Kilowattstunden Wärme in das Sohlinger Netz eingespeist.

Die Genossenschaft rechnet vor, dass durch die umweltfreundliche Biogaswärme pro Jahr 170.000 Liter Heizöl eingespart werden und damit 450.000 Kilo Kohlendioxid.

Die Bauarbeiten in Sohlingen dürften sich noch bis ins Frühjahr hinziehen. Teilweise klinken sich die Stadtwerke ein, um Wasserleitungen zu erneuern.

Die Genossenschaft als Bauherr hat eine Bitte: Wenn Anwohner Bedenken wegen der Linienführung des Nahwärmenetzes hätten, sollte sie sich an Hartmut Ische oder Heike Mittelstädt von der Bioenergie-Genossenschaft oder an das zuständige Ingenieur-Büro GUT von Gunter Brand (Kassel) wenden, nicht aber an den Baubesprechungen teilnehmen. (fsd)

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