Bürgerinitiative Bollert-Dörfer will den Schritt in die Eigenständigkeit wagen

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Der Bergsee: Der Delliehäuser Zechenteich ist ein Projekt, das schon länger auf der Tagesordnung der Bürgerinitiative Bollert-Dörfer steht.

Volpriehausen. Die Bürgerinitiative Bollert-Dörfer will ein neues Kapitel aufschlagen. Die Initiative, die sich um den Fortbestand der Infrastruktur und die Zukunft der vier Bollert-Dörfer Volpriehausen, Schlarpe, Delliehausen und Gierswalde kümmert, will Geld verdienen.

Das ist die entscheidende Botschaft aus der Bürgerwerkstatt, zu der die Initiative drei Tage ins Landhotel Am Rothenberg eingeladen hatte, um Ideen zu sammeln, und weiter zu planen.

Die Bürgerinitiative hat bisher als größte Projekte das Freibad in Volpriehausen von der Stadt übernommen und engagiert sich an der Rehbachschule Volpriehausen im Ganztagsbetrieb. Nun soll gewissermaßen der Schritt in die Eigenständigkeit gewagt werden – vom Ehrenamt zu professionellen Projekten, die sich selbst tragen, berichteten Sonja Hörster und Jascha Rohr vom Institut für Partizipatives Gestalten (IPG), die die Bürgerwerkstatt leiten. Tenor aus der Ideenschmiede: Die Initiative muss wirtschaften, unternehmerisch tätig werden, Geld verdienen, um Projekte zu finanzieren.

Bürger-Genossenschaft

Konkret wird darum geplant, eine Bürger-Genossenschaft zu gründen, die mit Projekten aus dem Bereich erneuerbare Energien Geld verdient, mit dem wiederum Projekte wie ein Mehrgenerationenzentrum geschaffen werden soll. Auf diesem Wege werde nicht nur die Infrastruktur verbessert, sondern zudem Arbeitsplätze geschaffen.

Bürgerwerkstatt: Eine der Gruppen der Bürgerinitiative Bollert-Dörfer mit (von links) Gerd Kimpel, Horst Rennemann, Dirk Schwarz und Thorsten Möhlenhoff.

„Wir werden Unternehmer-Dorf“, hieß es aus den Kreisen der Teilnehmer. Die Euphorie ist groß in den Reihen der Initiative. So hat ein Teilnehmer, der aus einer Nachbargemeinde dazugestoßen ist, spontan eine größere Summe Geld gespendet, hieß es. Namentlich wollte der Spender nicht genannt werden.

Der nächste Schritt soll auch mit dem Mehrgenerationenzentrum unternommen werden. Eine Machbarkeitsstudie soll aufzeigen, ob sich das Projekt rechnet oder nicht. Vorgesehen ist in dem Mehrgenerationenhaus unter anderem eine Dorfküche, Kinderbetreuung und Büros zum Mieten. Bestandteil der Planungen ist auch die Glück-auf-Halle, für die der SC als Träger derzeit noch viel Geld für die Unterhaltung aufbringen muss.

Ziel ist, durch eine Angebotserweiterung zum Beispiel mit Fitness-Einrichtung und Physiotherapie letztendlich Geld zu verdienen statt immer nur etwas reinstecken zu müssen. Ende dieses Jahres oder Anfang des nächsten Jahres sollen die Zahlen für die Machbarkeitsstudie vorgelegt werden.

In der Bürgerwerkstatt hat sich ferner eine neue Gruppe formiert, die sich mit dem Thema Nachbarschaftshilfe beschäftigt. Zudem ging es um den Delliehäuser Bergsee. (fsd)

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