Arbeitseinsätze sollen kommen

Gierswalde: Friedhof mit Mängelliste

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Ortsbegehung auf dem Friedhof Gierswalde: An dieser Stelle ärgern sich einige Gierswalder über den großen Haufen an Grabeinfassungen hinter dem Kirchhof. Pastorin Waßmuth-Kahle (zweite, von links) hört gerade aufmerksam zu.

Gierswalde. Die Liste war lang, die eine Gruppe Gierswalder der Pastorin Gisela Waßmuth-Kahle und Mitstreitern aus dem Kirchenvorstand über Mängel auf dem Friedhof des Schwalbendorfes bei einer gemeinsamen Begehung vorlegte.

Nach zum Teil emotionalen und hitzigen Debatten stand nach zwei Stunden Ortstermin zumindest ein gemeinsames Ziel fest: Verabredet wurden Arbeitseinsätze, um Mängel zu beseitigen.

Zu der Begehung war es gekommen, nachdem Einwohner zunächst im Gierswalder Ortsrat den Zustand des Friedhofs kritisiert hatten. Sie fordern mehr Ordnung und Pflege. Die Kirche reagierte umgehend und setzte einen Ortstermin an.

Die Liste mit zwölf Beanstandungen umfasste die Pflege von Rasen, Böschungsbewuchs und Hecke, die Lagerung von Grasschnitt und Grabeinfassungen hinter dem Friedhof, die Gräberordnung, einen fehlenden Weg zu den hinteren Gräbern, den renovierungsbedürftigen Zustand der Kapelle und des Geländers an der Treppe sowie der Eingangspforte.

Immer weniger Beerdigungen

Auf der anderen Seite erläuterte Pastorin Waßmuth-Kahle die Probleme der Kirche, die für die Bollert-Gemeinden in Delliehausen und Gierswalde noch selbst für die Friedhöfe verantwortlich zeichnet. So geht es darum, dass sich immer weniger Menschen auf Friedhöfen begraben lassen wollen und zum Beispiel Seebestattungen und Beisetzungen in Friedwäldern bevorzugten. Damit werde es immer schwieriger für die Kirche, ihre Friedhöfe zu unterhalten.

In Gierswalde habe man das Glück, so Pastorin Waßmuth-Kahle, noch schwarze Zahlen zu schreiben. Die Landeskirche habe das Probleme bereits erkannt und biete Seminare über alternative Bestattungsformen an. Für den Kirchenvorstand nehme Reiner Dörnte an einem solchen Seminar teil.

Trauerfeiern müssen nicht zwangsläufig in der Friedhofskapelle stattfinden, antworteten die Kirchenvertreter auf die Frage, warum keine solchen Veranstaltungen mehr auf dem Friedhof in Gierswalde stattfinden würden. Die Kapelle stehe weiterhin zur Verfügung, zudem aber alternativ auch die Kirche im Dorf.

Aus dem Kreis der Kritiker kam die Forderung, die Kapelle unbedingt zu erhalten und einem Verfall entgegenzuwirken. Daraufhin einigten sich beide Seiten, die Kapelle zu streichen und die Fliesen zu reinigen.

Nicht alles zu schaffen

Das Problem mit der Pflege des Friedhofes ist, dass nicht alles auf einmal zu schaffen sei, obwohl viel ehrenamtlich erledigt werde, versicherte Reiner Dörnte, der federführend in Gierswalde aktiv ist.

Verabredet wurde schließlich, zunächst einen Arbeitseinsatz zu veranstalten, bei dem bestimmte Gräber abgeräumt werden müssen. Danach sollen dann die Hecke geschnitten und die Treppe mit dem kaputten Geländer in Angriff genommen werden. (fsd)

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