Wegen Ufersanierung

Privatinitiative: Sandsteinbrücke in Gierswalde wird abgebaut

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Die Sandsteinbrücke wird wegen der Ufersanierung zwischengelagert.

Gierswalde. Die Sandsteinbrücke, die vom Grundstück von Annelie Ruwisch über den Rehbach führt, ist auf Initiative der Eigentümerin abgebaut und zwischengelagert worden.

„Sie ist ein Stück Geschichte von Gierswalde.“ Das sagte Herbert Weber zu der außerordentlichen Aktion.

Grund für die Aktion: In Gierswalde wird die Ufersanierung am Rehbach fortgesetzt. Wenn Herbert Weber und Annelie Ruwisch nichts unternommen hätten, wäre die Brücke abgebaut und zerlegt worden, berichtet Weber.

5,30 Meter lang

Das aber wollten beide nicht zulassen: Die Brücke gibt es erstens wohl schon seit Menschengedenken. Und zweitens ist sie ein besonderes Bauwerk: Sie besteht aus einem Stück Sandstein, 5,30 Meter lang, einen Meter breit und 20 Zentimeter dick, liest Herbert Weber die Werte vom Zollstock ab.

An der Stelle, an der sie sonst über dem Rehbach liegt, war wohl früher eine Fuhrt. Die Brücke wurde vermutlich zu der Zeit gebaut, als die Straßen errichtet wurde. Sie diente hauptsächlich dazu, dass das Vieh vom Ruwisch-Hof auf die Wiesen auf der anderen Bachseite getrieben wurde.

Hier führt sie über den Rehbach: Die Brücke zum Ruwisch-Hof ist abgebaut und zwischengelagert.

In der jüngeren Vergangenheit nutzten nur noch Anlieger die Brücke. Das soll auch so bleiben, berichtet Herbert Weber, als ein von ihm und seiner Lebensgefährtin bestellter Kran der Firma Klostermeier (Göttingen) den Brücken-Buntsandstein an den Haken hing. 3,3 Tonnen Gewicht stellte Kranführer Jens Obermann fest.

2008 brach der Stein

Seit 2008 liegt der Sandstein-Brückensteg aber schon nicht mehr allein. In dem Jahr ist der Stein gebrochen, berichtet Herbert Weber. Es hat zu viel geregnet, die Feuchtigkeit führte zu dem Schaden. Doch schon vor zehn Jahren war klar, dass die Brücke erhalten werden soll: Rechts und links kamen Stahlträger neben den Stein und unter den Riss. Das gute alte Stück blieb erhalten.

Jetzt ist sie neben der Uferstraße auf vier dicken Holz-Klötzen abgelegt. Nach den Sanierungsarbeiten am Ufer soll sie wieder über den Bach gelegt werden.

Ab- und Aufbau müssen aus eigener Tasche bezahlt werden. Das ist nicht billig. 800 Euro koste der Kran für eine Stunde, sagt Herbert Weber. Eine Stunde hat der Abbau gedauert. Und der Kran muss ja noch mal wiederkommen. Und: Abzuwarten bleibt noch die Ufersanierung an der Stelle. „Doch das ist es uns Wert“, sagt Herbert Weber im Namen seiner Lebensgefährtin. Sie möchten ein Stück altes Gierswalde gern erhalten. 

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