Große Sorgen: Verein leidet unter Kürzungen für Förderung Langzeitzarbeitsloser
Uslar. „So prekär war es noch nie seit dem Bestehen des Vereins 1985.“ So beschreibt Bernd Schmiedel vom Vorstand der „Hilfe zur Selbsthilfe“ (HzS) die Situation bei dem gemeinnützigen Verein. Er trat einst als Selbsthilfeorganisation für Arbeitslose an und ist heute selbst Arbeitgeber.
Neben bedeutenden Projekten, die der Verein organisiert - etwa die Uslarer Tafeln - kümmert er sich vor allem um Langzeitarbeitslose. Jetzt droht das Aus.
Der Grund: Es gibt vom Bund kein Geld mehr für Projekte, mit denen Langzeitarbeitslosen geholfen wird, wieder Arbeit zu finden. Derzeit bestünde keinerlei Chance auf so genannte Qualifizierungsmaßnahmen. Die Jobcenter geben kein Geld mehr, weil sie dafür keines mehr haben, heißt es.
Dabei hat HzS auf diesem Gebiet große Erfolge vorzuweisen. Zum Beispiel mit Tina. Die Abkürzung steht für das Projekt „Touristische Infrastruktur und Naherholung“. HzS war bei mehreren Projekten wie dem Umbau des Forstgartens in Uslar Träger.
Bisher gute Quoten
Dabei lag HzS mit einer Eingliederungsquote von 25 Prozent sehr weit vorn, berichtet Geschäftsführer Ulrich Schachtschneider. Er erinnert außerdem an das Projekt „Fit for Office“, mit dem nach Angaben von HzS elf von 16 Kursteilnehmern einen Job fanden.
Bernd Schmiedel vom HzS-Vorstand sagt, durch die derzeitige Situation würden „mühsam aufgebaute Strukturen zertrampelt“. HzS selbst trete schon kürzer und habe bei den Mieten und beim eigenen Personal gespart. Es sind noch neun Vollzeitangestellte und 15 Teilzeitkräfte.
Möbelmärkte und Tafeln
HzS betreibt Möbelmärkte in Uslar und Einbeck sowie die Uslarer Tafel, die Kindertafel und weitere Dienstleistungen. Bei der Uslarer Tafel werden zurzeit über 1000 Personen mit Essen versorgt. Diese Einrichtung ist ebenso wie alles andere gefährdet, wenn es mit HzS nicht weitergeht, sagt Geschäftsführer Schachtschneider.
Bernd Schmiedel vom Vorstand versteht den finanziellen Rückzug des Bundes nicht. Überall würden Fachkräfte gesucht, der Bedarf sei enorm. Aber niemand nehme die Gelegenheit wahr, sich vor Ort zu bedienen.
HzS führt außerdem das Argument ins Feld, dass die Zahl der Langzeitarbeitslosen in Uslar noch nie nachgelassen habe, sogar immer leicht angestiegen sei. Das sei ein Grund mehr, Projekte für diese Menschen anzubieten, damit sie für Jobs qualifiziert werden.
Der Verein HzS, der vor Jahren nach einer Führungskrise, die der damalige Geschäftsführer ausgelöst hatte, wieder in ruhiges Fahrwasser geraten war, kündigte an, um den Fortbestand zu kämpfen. Als erstes sind Petitionen an den Landtag und den Bundestag vorgesehen.
Außerdem sind Gespräche vor Ort geplant. Rat holte sich der Verein zuletzt beim SPD-Landtagsabgeordneten Uwe Schwarz (Bad Gandersheim). (fsd)