Kliniken Uslar und Lippoldsberg: Beschäftigte erhielten November-Gehalt

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Hatte unruhige Weihnachten: Geschäftsführer Wilfried Gründel.

Uslar/Lippoldsberg. Das Weihnachtsfest hat der Großteil der 300 Beschäftigten des Klinik- und Rehazentrums Lippoldsberg und des Uslarer Krankenhauses mit ihrem Lohn für den Monat November auf ihrem Konto feiern können. Restzahlungen erfolgten kurz nach dem Fest.

Rund 1,3 Millionen Euro macht die Auszahlung der Monatsgehälter einschließlich aller Lohnnebenkosten für die Beschäftigten aus, sagte Wilfried Gründel als Geschäftsführer beider Häuser gestern auf Nachfrage.

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Ihm liege viel daran, dass zum Thema Gehaltszahlungen wieder Normalität hergestellt werde, sagte Gründel. Nichts sei schlimmer als ständig negative Schlagzeilen, betonte er einmal mehr. Das Dezember-Gehalt werde angewiesen, sobald die Einrichtung wieder in der Lage dazu sei.

Gleiches gelte für die den Beschäftigten bereits zugesagten Zahlungen von ausstehendem Weihnachtsgeld für 2010 und für 2011.

Grund für die nach wie vor bestehenden Zahlungsproblemen sei, dass der Geldzufluss nicht konstant sei. Wohl auch aufgrund der Schlagzeilen und des Unmutes der Beschäftigten reagierten Zulieferer unverhältnismäßig hart bei Forderungen, obgleich beide Häuser unverschuldet auf den zunehmend länger hinausgeschobenen Geldeingang etwa von Krankenkassen warten müssten.

Er habe sehr unruhige Weihnachten gehabt, sagte Gründel. Er betonte, dass er mit all seinen Kräften daran arbeite, in „einem halben bis dreiviertel Jahr“ wieder eine Normalität für beide Häuser zu erreichen, was die Gehaltszahlungen angehe. „Unser Konzept ist auf Langfristigkeit angelegt“, sagte der Geschäftsführer.

Durch eine hohe Auslastung könne das derzeitige Tief kompensiert werden. Unwägbarkeiten seien saisonale Schwankungen, und auch die vorübergehende Schließung der Uslarer Chirurgie laste noch auf den Schultern. „Wenn wir nicht genug Patienten haben, kommen wir nicht über die Runden“, rechnete Gründel vor. Andere Einnahmequellen gebe es nicht.

„Ich lebe nicht auf einem anderen Stern“, sagte Gründel zu den Unregelmäßigkeiten bei den Gehaltszahlungen. Seit sechs Jahren arbeite er nach wie vor hochmotiviert am Erhalt der Krankenhaus-Standorte Uslar und Lippoldsberg. Die Alternative „Deckel drauf“ helfe doch niemandem, weil dies Arbeitslosigkeit und Abwanderung bedeute. Dazu käme die fehlende Versorgung der Patienten, die dem Klinik- und Rehazentrum Lippoldsberg eine hohe Akzeptanz bescheinigen. In Uslar sei man auf einem guten Weg. Ihm liege nichts am Lügen oder Verschönern.

Gleichzeitig appelliert der Geschäftsführer an die Geduld der Beschäftigten, denen im Ausnahmefall mit einem Vorschuss geholfen werden könne. (jdx)

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