Vom Haufendorf zum Heidelbeerdorf: Schlarpe feiert 700-jähriges Bestehen

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Ältestes Bauwerk im Dorf: Die Schlarper Wehrkirche aus dem 12. Jahrhundert, im Bild mit Ortsheimatpfleger Heinz Kühn.

Schlarpe. Im Landesarchiv in Pattensen bei Hannover ist der Schlarper Ortsheimatpfleger Heinz Kühn fündig geworden: Dort stieß er auf eine Erwähnung des Dorfes vom 11. August 1315. Dieses Datum ist jetzt für die offiziellen Feierlichkeiten zum 700-jährigen Bestehen festgelegt worden. Dieses Jahr sind vier Veranstaltungen vorgesehen.

Auftakt soll ein Vortragsabend unter dem Thema „Schaffendes Schlarpe“ am Donnerstag, 27. März, im Dorfgemeinschaftshaus werden. „Das soll die Einstimmung werden“, sagt Heinz Kühn, der den Stein für die Feierlichkeiten ins Rollen gebracht hat. Am 17. Mai soll ein Wandertag zum runden Geburtstag des Dorfes organisiert werden und ab dem 10. Juli ein dreitägiges Fest.

Feier vom 10. bis 11. Juli

Das Fest findet allerdings nicht in einem Zelt statt, sondern soll Teil des 22. Heidelbeerfestes werden, das stets Besucherscharen in das Dorf unterhalb des Bollerts lockt. Nach einer Freiluft-Disco für junge und jung gebliebene Gäste am Freitag, 10. Juli, ist für Samstag, 11. Juli, ein Kommers mit anschließendem Tanz vorgesehen. „Die ganzen Feiern müssen ja auch von uns alleine auf die Beine gestellt werden“, sagt Heinz Kühn, der zusammen mit Ortsbürgermeister Berthold Ruwisch als Vorsitzendem des Festausschusses schon viel Unterstützung von den Einwohnern des 430-Seelen-Dorfes zugesagt bekommen hat.

Der Beweis: Kopie der Übersetzung der Originalurkunde mit der ältesten Erwähnung Schlarpes vom 11. August 1315.

Am Sonntag, 12. Juli, stehen dann die blauen Beeren im Mittelpunkt der 700-Jahr-Feier im und rund um das Gemeinschaftshaus, bei dem unter anderem die amtierende Heidelbeerkönigin sowie die Heesecker Mädchen und die Schlarper Plattsingers mitwirken.

Am Tag der urkundlichen Erwähnung, dem 11. August, ist eine Kranzniederlegung am Ehrenmal im Ort geplant. Erwähnt wird der Ort im Urkundenbuch der Herzöge von Braunschweig und Lüneburg. Dabei ging es offenbar um die Bezahlung von 25 Mark reinen Silbers für die Eintragung in dem Schriftstück. Das Dorf „Slerpe“ wurde demnach an den Ritter Heydenreich Strus und seine Gattin übertragen. Mit dem Gedenken am Ehrenmal soll dann die Veranstaltungsreihe abgeschlossen werden.

Chronik ist in Arbeit

Kühn bereitet eine Chronik zum Fest vor, in der er die Geschichte des einst als Haufendorf um die mittelalterliche Kirche angelegten Ortes beschreibt. Unterschiedlich große Höfe haben danach Jahrhunderte lang das Dorfbild mit den Acker- und Weidenflächen drumherum geprägt. Die ersten Häuser des Dorfes seien an der Beeke errichtet worden, dazu das Kirchenschiff und noch später der Wehrturm an dem Gotteshaus.

Ursprünglich soll es eine Siedlung Schlarpe nordöstlich vom heutigen Dorf gegeben haben. Das alte Schlarpe sei untergegangen, heißt es. Ob durch Krieg oder Feuerbrunst ist nicht bekannt. Und Spuren der einstigen Bewohner wie Tonscherben, Hüttenlehm oder Gefäße wurden bisher auch nicht gefunden. (jde)

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