Helfen macht allen Freude

Schoninger Eltern sammelten Spielzeug und Kleidung für Flüchtlinge

Schoningen. Helfen ist nicht so einfach wie gedacht, aber die Freude der Flüchtlinge ist Lohn für die Mühen.

Diese Erfahrung machten engagierte Helfer aus Schoningen, die jüngst drei Autoladungen mit Spielzeug- und Kleiderspenden zur Flüchtlingsunterkunft in Adelebsen brachten.

Der Weg bis dahin war lang. Bereits Ende August, als die ersten Außenstellen des Grenzdurchgangslagers Friedland in der Region belegt wurden, hatte Sascha Leibecke die Idee, über den Elternbeirat der evangelischen Kindertagesstätte Schoningen eine Sachspendensammlung für Flüchtlinge zu organisieren. Elternbeirat und Kita-Team seien sofort dabei gewesen, berichtet Rainer Fiedler vom Förderverein der Kita.

Neben Spiel- und Anziehsachen füllten die Spender auch Hygieneartikel und vieles mehr in Kartons. „Die Spendenbereitschaft und die Unterstützung der Eltern waren wirklich sehr beeindruckend“, so Fiedler. Mit dem Ergebnis, dass die vielen Kartons gar nicht in die Kita passten und in zwei privaten Garagen zwischengelagert werden mussten. Doch dann wurde es schwierig. Der Plan, die Sachen an die Nachbargemeinde Adelebsen zu übergeben, platzte. „Plötzlich wollte keiner mehr die gesammelten Spenden haben“, so Fiedler. Auch die Hoffnung, die Sachspenden durch einen Basar in Uslar an Flüchtlingsfamilien weitergeben zu können, scheiterte.

Ende September stand der Elternbeirat immer noch vor der Frage: Wohin mit den Spenden? Erst der Facebook-Aufruf einer Mitarbeiterin des Arbeiter-Samariter-Bundes, der die Flüchtlinge in der ehemaligen Schule von Adelebsen betreut, brachte die Wende. Fiedler: „Zur Verwunderung des Elternbeirats suchte sie in ihrem Aufruf genau die Dinge, die bereits gesammelt und eingelagert waren.“

Glückliche Kinder 

Vor einigen Tagen konnten die Eltern ihre Spenden dann endlich nach Adelebsen bringen, wo sie dringend benötigt wurden. Die ASB-Mitarbeiterin habe die Spenden nicht nur entgegengenommen, sondern auch die Arbeit mit den Flüchtlingen erklärt, heißt es.

Der Besuch endete mit einem besonderen Lohn für die Arbeit. „Leuchtende Kinderaugen, als kleine Bälle an die Kinder verteilt wurden“, sagt Fiedler. Man habe sich sehr gefreut, dass die Übergabe der Spenden in Adelebsen schließlich doch noch geklappt habe, so der Vertreter des Elternbeirats. Er betont: „Es ist wirklich wichtig zu helfen. Die glücklichen Kinder lassen den zwischenzeitlichen Frust schnell vergessen.“

Wohin mit den Sachspenden für Flüchtlinge in der Region? 

Der Elternbeirat der evangelischen Kindertagesstätte hat durch die Spendenaktion für Flüchtlinge in Adelebsen gelernt. Selbst nach öffentlichen Aufrufen solle man nicht einfach mit dem Sammeln beginnen, sondern erst Kontakt, zum Beispiel mit dem Betreiber einer Flüchtlingsunterkunft, aufnehmen, empfiehlt Rainer Fiedler vom Elternbeirat im Rückblick.

Auch die Sortierung sei möglicherweise wichtig. So wünschten sich das Grenzdurchgangslager Friedland und die Außenstelle in Rosdorf beispielsweise sortierte Spenden.

Auch der Umfang der Spenden spielt eine Rolle. „Wir haben absolut keine Lagerkapazität“, sagte Doris Fricke von Familienzentrum Uslar auf Nachfrage der HNA. Das Familienwerk kümmert sich in Uslar mit um die Betreuung von Flüchtlingsfamilien und versucht, Spenden zu vermitteln. So gibt es eine Infotafel, über die Flüchtlinge bestimmte Dinge suchen und Spender Gegenstände anbieten können. Außerdem arbeite man mit dem Laden „Jacke wie Hose“ zusammen, sagte Fricke.

Doch auch der Diakonieladen in der Kurzen Straße in Uslar hat nur begrenzte Kapazitäten. Man nehme immer Kleiderspenden an, die dann unter anderem auch Flüchtlingen zugute kommen, hieß es.

Mit Spenden, die gleich zwei Garagen füllen, sei man allerdings ebenfalls überfordert. (shx)

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