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Hochwasser-Areale im Stadtgebiet kartiert, Landesbetrieb berechnet Überschwemmungsflächen neu

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Von: Jürgen Dumnitz

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Hochwasser-Schwerpunkt: Auf der Alleestraße in Uslar sammelt sich - wie auf diesem Bild vom 15. Juni 2016 - regelmäßig nach größerem Starkregen oder nach Gewitterschauern viel Wasser aus dem Ahletal, dem Ital bei Eschershausen und dem Martinsbach aus Richtung Vahle an. Ein Durchlass unter der Kreisstraße ist Engstelle. ARCHIVFOTO: JÜRGEN DUMNITZ
Hochwasser-Schwerpunkt: Auf der Alleestraße in Uslar sammelt sich - wie auf diesem Bild vom 15. Juni 2016 - regelmäßig nach größerem Starkregen oder nach Gewitterschauern viel Wasser aus dem Ahletal, dem Ital bei Eschershausen und dem Martinsbach aus Richtung Vahle an. Ein Durchlass unter der Kreisstraße ist Engstelle. ARCHIVFOTO: JÜRGEN DUMNITZ © Jürgen Dumnitz

Uslar – Nach zahlreichen Messungen und Berechnungen hat der Niedersächsische Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN) gleich mehrere neue Überschwemmungsgebiete im Uslarer Land ermittelt und vorläufig gesichert. Bearbeitet worden sind Gebiete entlang der Ahle, des Rehbachs, des Malliehagenbachs und des Martinsbachs. Die endgültige Festsetzung der Überschwemmungsgebiete erfolgt durch ein förmliches Verfahren mit Öffentlichkeitsbeteiligung.

Das muss laut Pressemitteilung des NLWKN jetzt der Landkreis Northeim in eigener Regie erledigen.

Damit kommt im Uslarer Land vermutlich Bewegung in das Daueranliegen von Bewohnern und der Lokalpolitik in Sachen Hochwasserschutz. Selbst in Niedrigwasserzeiten dürfe der vorbeugende Hochwasserschutz nicht aus den Augen verloren werden, heißt es von Dr. Astrid Deek, der Leiterin des Geschäftsbereichs Wasserwirtschaft der Betriebsstelle Süd des NLWKN in Braunschweig.

Landesweit gehe es um Überschwemmungsgebiete an Flüssen auf einer Länge von 7100 Kilometern.

Grafik mit der in blau gekennzeichneten vorläufigen Sicherung des Überschwemmungsgebietes der Ahle.
Grafik mit der in blau gekennzeichneten vorläufigen Sicherung des Überschwemmungsgebietes der Ahle. © HNA

In einem seit mehreren Jahren laufenden Verfahren wurde im Auftrag des Landesbetriebs ein hydraulisches Modell der Ahle und ihrer Nebengewässer auf Grundlage eines neuen digitalen Geländemodells erstellt. Die so gewonnenen Daten sind jetzt die Basis für die Ermittlung der Flächen, die im Rahmen eines statistisch einmal in hundert Jahren auftretenden Hochwasserereignisses – der sogenannte HQ-100-Fall – von Überschwemmungen betroffenen wären, heißt es vom NLWKN.

Die untersuchten rund 30 Kilometer langen Gewässerabschnitte im Einzugsgebiet der Ahle beginnen an der Quelle im Solling und enden bei der Einmündung der Ahle in die Schwülme.

Grafik mit der in blau gekennzeichneten vorläufigen Sicherung des Überschwemmungsgebietes der Ahle.
Grafik mit der in blau gekennzeichneten vorläufigen Sicherung des Überschwemmungsgebietes der Ahle. © HNA

Die Erfassung der Überschwemmungsbereiche diene dazu, „die Bevölkerung für die oftmals nicht bewusste Hochwassergefahr zu sensibilisieren“ und zugleich könnten „die möglichen Schäden reduziert werden, weil für ausgewiesene Überschwemmungsgebiete klare gesetzliche Auflagen etwa hinsichtlich der Bebauung gelten“, heißt es weiter von Deek.

Der NLWKN versteht sich als Dienstleister, der den Unteren Wasserbehörden, den Landkreisen und Städten als fachliche Vorarbeit die HQ100-Linie liefert und die durch das Modell errechneten Gebiete vorläufig sichert.

Grafik mit der in blau gekennzeichneten vorläufigen Sicherung des Überschwemmungsgebietes der Ahle.
Grafik mit der in blau gekennzeichneten vorläufigen Sicherung des Überschwemmungsgebietes der Ahle. © HNA

Erst nach dem förmlichen und öffentlichen Verfahren erfolge die Festsetzung der Überschwemmungsgebiete auf Grundlage einheitlicher Kriterien.

Die Verordnungstexte und detaillierte Arbeitskarten der betroffenen Flächen können ab sofort bei der Stadt Uslar und beim Landkreis Northeim eingesehen werden.

Unsere Grafiken, die sensible Bereiche im Ahletal und Uslar zeigen, wurden auf Grundlage der NLWKN-Kartierung realisiert. jde

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