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Hochwasser sorgt Rehbach-Anwohner in Gierswalde: Einwände bis 10. Januar zum Überschwemmungsgebiet

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Von: Jürgen Dumnitz

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Hochwasser im Rehbach nach starken Regenfällen im November 2010
Hochwasser nach starken Regenfällen: Wie Mitte November 2010 schwillt der Rehbach, der auch durch Gierswalde fließt, meist sehr schnell an. Jetzt sorgen sich Anwohner des Rehbachtals wegen der vorläufigen Sicherung des Überschwemmungsgebietes. Sie fürchten Nachteile für ihre Häuser und Gebäude. © Jürgen Dumnitz

Gierswalde – Der Rehbach bei Gierswalde erreicht schon nach starken Regenfällen ein deutlich angeschwollenes Bachbett. Jetzt hat eine vom Niedersächsischen Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN) erstellte „Vorläufige Sicherung des Überschwemmungsgebietes der Ahle und ihrer Nebenflüsse“ die Anwohner im Rehbachtal Gierswalde aufgeschreckt.

Gesetzliche Grundlage ist das Niedersächsische Wasserhaushaltsgesetz.

Laut dem Plan, dessen geologische Grundlage die Annahme eines 100-jährigen Hochwasserereignisses ist, liegen viele Grundstücke, auf denen Wohnhäuser, Scheunen und Schuppen und sogar die Wehrkirche stehen, mitten im möglichen Überschwemmungsgebiet.

Das Thema mit viel Brisanz beschäftige jetzt die Mitglieder des Ortsrates in der jüngsten öffentlichen Sitzung des Gremiums vor vier Zuhörern im Dorfgemeinschaftshaus. Viele Anwohner befürchten nicht nur Hochwasserschäden, sondern eine deutliche Wertminderung ihrer Immobilien, höhere Kosten etwa für Versicherungen und eine Beeinträchtigung der Wohnlage insgesamt, sagte Ortsratsmitglied Fritz-Ullrich Siebrecht.

Ortsbürgermeister Stefan Kreike erinnerte an Hochwasserereignisse, die noch keine 100 Jahre zurückliegen und dennoch die Menschen im Rehbachtal ängstigten. Vor allem vor dem Hintergrund der Ereignisse im Ahrtal.

„Wenn der Plan des NLWKN festgesetzt ist, dann wird man wohl in den ausgewiesenen Bereichen nicht mehr neu bauen dürfen“, gab er zu bedenken. Auch das Verkaufen eines Hauses könnte zum Problem werden, mahnte er und wünscht sich, dass sich die Stadtverwaltung und auch der Bürgermeister für wirksamen Hochwasserschutz einsetzen. In jedem Fall müssten die Menschen in den Orten beim Thema Hochwasserschutz rechtzeitig mit ins Boot geholt werden.

Uslars Bürgermeister Torsten Bauer sagte, dass er – wie auch in anderen Orten zwischen Ahle, Schwülme, Rehbach und anderen Bachläufen im Uslarer Land – auf „kleine und bezahlbare, aber durchaus wirksame Lösungen“ schon ab dem Quellbereich setze.

Zum NLWKN-Verfahren erinnerte Bauer an den 10. Januar 2023: Bis zu dem Datum seien Eingaben zu den einsehbaren Plankarten von jedermann möglich. Diese würden dann möglicherweise vor der endgültigen Festsetzung berücksichtigt. Danach müsse in Northeim (Untere Wasserbehörde) politisch im Umweltausschuss und dem Kreistag entschieden und das Überschwemmungsgebiet festgelegt werden.

Neu im Ortsrat Gierswalde: Saskia Grützner.
Saskia Grützner ist neues Mitglied im Ortsrat Gierswalde. © Jürgen Dumnitz

Sorgen macht sich der Ortsrat auch wegen der Zukunft der bisherigen Bundesstraße 241 im Bereich der Ortsdurchfahrt. Wenn die alte Bundesstraße nach der Inbetriebnahme der neuen zurückgestuft werde, müssten Anlieger ja die Reinigungs- und Streupflicht übernehmen. Bisher sei unklar, ob das Land die alte Bundesstraße übernehmem – der Kreis oder die Stadt, sagte Bauer.

Zum Auftakt der Sitzung verpflichtete Bürgermeister Bauer Saskia Grützner (geb. Käding) als neues Ortsratsmitglied. Sie ist Nachrückerin für Rolf Jeromin, der sein Mandat im fünfköpfigen Gremium niedergelegt hat. Grützner kam bei der Kommunalwahl 2021 auf 36 Stimmen (8,45 Prozent).

Von Jürgen Dumnitz

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