Hangsicherung auf Höhe Steinmühle teuer und schwierig

Bundesstraße 83 zwischen Holzminden und Hameln bis 2020 dicht

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Bleibt wohl noch mindestens zwei Jahre lang gesperrt: Der 1,5 Kilometer lange Bereich Steinmühle der Bundesstraße 83 zwischen Holzminden und Hameln.

Holzminden. Verkehrsteilnehmer, die eigentlich gern auf der seit Anfang dieses Jahres gesperrten Bundesstraße 83 zwischen Holzminden und Hameln unterwegs sind, müssen sich noch länger gedulden.

Der Grund: Die Vollsperrung des 1,5 Kilometer langen Abschnitts wird wohl noch bis mindestens Ende 2020 andauern. Das teilte die Niedersächsische Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr (Hameln) jetzt in einer Pressemitteilung mit.

Danach sei eine weitere Vollsperrung die „beste Lösung“ für die schwierige Hangsicherung im Bereich der Steinmühle. Es bestehe nach wie vor Lebensgefahr durch abstürzende Felsgesteinsbrocken. Man strebe jetzt an, die Straße noch vor dem Winter in zwei Jahren wieder zu öffnen und bis dahin alle Sicherungsarbeiten am Steilhang abzuschließen.

Vermessung und Erkundung

Die Hangsicherung ist der Grund für die Vollsperrung. Zunächst habe man über eine halbseitige Öffnung der Straße ab diesen Herbst nachgedacht, dieses dann aber wieder verworfen.

„Die Vermessungen und Erkundungen sind weitgehend abgeschlossen. Die Statiken für die konstruktiven Sicherungsmaßnahmen sind erstellt und gehen in den Prüflauf“, heißt es weiter von der Behörde.

Es sei deutlich geworden, dass die ergriffenen Sofortmaßnahmen nicht zur Sicherung ausreichen und die sonst viel befahrene Bundesstraße weiter gesperrt bleiben müsse. Aus der Böschung lösen sich immer wieder Felsbrocken unterschiedlicher Größe und fallen in Richtung der Schutzwände an der Straße.

Ein 2011 erstelltes Gutachten ergab, dass zur dauerhaften Aufrechterhaltung der Verkehrssicherheit grundlegende Sicherungsarbeiten an der bis zu 70 Meter hohen Felsböschung nötig sind. Dazu gehören neue Stahlnetze am Hang, Schutzzäune in mehreren Ebenen und Felsanker zur Sicherung größerer Blöcke.

Die Gesamtkosten wurden damals auf fünf Millionen Euro geschätzt. 2017 erfolgte eine weitere Begutachtung mit der Folge der Vollsperrung der Bundesstraße, weil sich „die Gefährdungslage deutlich erhöht“ hat.

EU-Naturschutzgebiet

Über die Sofortmaßnahmen hinaus wurde bisher nicht viel erledigt, weil der Steilhang als europäisches FFH-Naturschutzgebiet (Flora = Pflanzen, Fauna = Tiere und Habitate = Lebensraumtypen) eingestuft ist und alle nötige Eingriffe in die schützenswerte Steilhanglandschaft auf Grundlage der FFH-Richtlinien geprüft und bewertet werden müssen.

Wie hoch die Kosten für die Hangsicherung, die dann 15 bis 20 Jahre lang Bestand haben soll, tatsächlich sind, steht derzeit offenbar noch nicht fest.

Vermutlich werden die Kosten jedoch über fünf Millionen Euro liegen. Aktuell werde laut Straßenbaubehörde an einem Maßnahmenbündel mit dem Ziel gearbeitet, die Bundesstraße 83 möglichst schnell wieder nutzbar zu machen.

Längere Umleitungsstrecke

Bis dahin müssen Verkehrsteilnehmer die großräumige Umleitungsstrecke zwischen Holzminden und Bodenwerder über die Bundesstraßen 64 und 240 auf der rechten Weserseite nutzen. 

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