Heinz Stülzebach ist seit 30 Imker und wird inzwischen von seinem Sohn unterstützt

Ein honigsüßes Hobby

Friedliche Bienen: Heinz Stülzebach zeigt ein sogenanntes Ablegervolk, das mit einer jungen Königin herangezogen wird, um im kommenden Jahr für die Honigernte eingesetzt zu werden. Im August beschäftigen sich die Bienen bereits mit den Wintervorräten und werden dabei mit einem zuckerhaltigen Futterteig unterstützt. Foto: Schmidt-Hagemeyer

Uslar. Lindenhonig, Akazienhonig oder Rapshonig – Honig ist nicht gleich Honig. Während Kinder besonders den hellen Rapshonig mit hohem Glukoseanteil lieben, sind dunkle würzige Sorten wie Waldhonig eher bei Erwachsenen beliebt.

Waldhonig gibt es aber nicht jedes Jahr, berichtete Heinz Stülzebach, Vorsitzender des Imkervereins Uslar, jüngst vor dem ökologischen Arbeitskreis. Denn für Waldhonig sammeln Bienen nicht Nektar, sondern Honigtau, den Blattläuse produzieren.

Weil die im Frühjahr auch an Linden massenhaft vorkamen, sei der Lindenhonig wegen mehr Honigtau dunkler als sonst, sagt Stülzebach, der seit 30 Jahren Hobbyimker ist und sich inzwischen zusammen mit Sohn Tim um 40 bis 50 Bienenvölker kümmert.

„Bei uns im Solling gibt es als reinen Sortenhonig aber nur Rapshonig“, erklärt der Imker. Wenn die Rapsblüte auf den großen Feldern zu Ende geht, brauchen Bienen andere Nahrungsquellen. Gut seien Blühstreifen, die Landwirte vermehrt auf Brachland säen. „Das hilft den Bienen.“

Für die Imker sind die Monate April bis Juni die arbeitsreichste Zeit. Dann ziehen die Bienen ihren Nachwuchs auf und sind besonders fleißig. „30 bis 40 Kilo Pollen braucht ein Volk, um den Nachwuchs zu versorgen“, sagt Stülzebach. Die Bienenstöcke des Uslarers stehen nicht nur im Solling, um nach dem Rapshonig noch Blütenhonig zusammen zu tragen. Heinz und Tim Stülzebach fuhren mit einem Teil der Völker nach Brandenburg und stellten sie am Bukow-See unter Akazien. Für den nächsten Sortenhonig ging es dann für vier Wochen nach Berlin zur Lindenblüte. Als letzte Station folgten ab Ende Juli Buchweizenfelder in Brandenburg. Die Landwirte sehen die fliegenden Gäste nicht ungern. Stülzebach: „Die Bienen unterstützen die Bestäubung.“

Honigquellen durch Kyrill

Daheim im Solling lockten die Bienen dieses Jahr auch viele Blüten an Himbeer- und Brombeersträuchern, die reichlich auf Windbruchflächen im Solling wachsen. „Wir Imker sprechen darum auch von Kyrill-Honig“, sagt Stülzebach, der mit seiner Honigernte, die er an Kunden in der Region verkauft, sehr zufrieden ist. „Das Jahr war ausgesprochen gut.“ Spitzenvölker, verrät er, könnten bis zu 80 Kilo Honig sammeln.

Die Bienen bereiten sich mitten im heißen August derweil auf die kalte Jahreszeit vor. Ab der Sommersonnenwende legt die Königin weniger Eier. Die Arbeiterinnen kümmern sich um den Wintervorrat und bekommen dazu vom Imker zuckerhaltigen Futterteig.

Die Auswahl der Jungköniginnen ist die Aufgabe von Stülzebach. Sein Ziel sind friedliche, gesunde und fleißige Völker. Die Bienenköniginnen, die bis zu drei Jahre alt werden, bekommen zunächst ein Kleinstvolk und dann ein Ablegervolk, damit im kommenden Jahr ein starkes Bienenvolk den Honig 2016 sammelt. (shx) SIEHE ARTIKEL RECHTS

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