Landesforsten setzen in Pilotprojekt Schafe, Ziegen und Heidschnucken ein

Huftiere halten Wiesen frei

Eingezäuntes Wiesen-Areal: Die Ziegen und Schafe von Sabine Schumacher fressen das Magergras in den Wiesentälern bei Sievershausen ebenso gern, wie junges Baum- und Buschwerk. Deshalb scheinen sie zur Landschaftspflege sehr gut geeignet. Fotos: Dumnitz

Sievershausen. Sabine Schumacher ist nicht nur die neue Vorsitzende des NABU Ortsvereins Dassel-Einbeck, sie geht auch mit gutem Beispiel voran. Sie lebt seit einiger Zeit bei ihrem Freund in Sievershausen und betreut mit ihren gehörnten Heidschnucken, der ostpreußischen Schafrasse „Skudde“ und einigen Burenziegen mehrere Waldwiesen im Bereich der Revierförsterei von Armin Ristau.

Durch das Beweidungsprojekt mit den derzeit 34 Huftieren sollen die typischen Weideflächen – das sind laut Förster Ristau rund fünf Hektar – innerhalb des Landeswaldes frei von Buschwerk und Baumsämlingen bleiben. „Im Moment ist das eine Win-Win-Maßnahme für alle Beteiligten“, sagt der Revierförster.

Die Forst hat ein Interesse am Erhalt der typischen Wiesentäler. Weil aber die Bauern der Region weniger Interesse an der Bewirtschaftung der mageren Wiesen haben, würden bei einer maschinellen Freihaltung höhere Kosten entstehen. Das Gras müsste gemäht und am Rand zusammengefahren werden. Die Tiere halten die Wiesen kostengünstiger frei. Tierhalterin Sabine Schumacher bekommt in der Pilotphase bisher noch kein Geld.

Auf ihre Kosten zäunt sie kleinere Flächen bis zum Waldrand ein, auf der die weißen Heidschnucken, die Burenziegen und die Skudden-Schafe dann rund zehn Tage lang fressen. Dann wird der Zaun auf eine neue Wiesenfläche umgesetzt. „Mit dem kleinen Unterstand, weil die Skuddenschafe auch unter dem Bauch viel Wolle tragen und nur ungern nass werden wollen“, so die engagierte Tierhalterin. Manchmal seien auf den Flächen auch schon Wanderschäfer mit bis zu 500 Tieren auf den Waldwiesen unterwegs. Das sei jedoch aus verschiedenen Gründen nicht unproblematisch gewesen.

Sabine Schumacher soll im Mai und dann wieder im August mit ihren Tieren auf den Flächen unterwegs sein. Das reiche zum Erhalt der Struktur aus, so Ristau, und fördere mitunter sogar den pflanzlichen Artenreichtum, weil die Tiere etwa Pflanzensamen verteilen.

Bedrohte Tierarten

Die Umzäunung soll nicht nur das Areal der Schafen, Ziegen und Heidschnucken begrenzen, sondern gleichzeitig vor unliebsamen Wildtieren oder Hunden schützen.

Begonnen wurde das Projekt im vergangenen Herbst. Bereits jetzt steht fest, dass es der Vegetation sehr gut tut, sind sich Ristau und Schumacher einig.

Und das Projekt hat noch etwas Gutes: Die eingesetzten Tierarten gehören laut Halterin teilweise zu den bedrohten Tierarten, weil die Wolle nicht so ertragreich wie bei anderen Schafen ist und auch der Fleischertrag vergleichsweise gering ist. ARTIKEL LINKS

Von Jürgen Dumnitz

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