Frank Strautmann bemängelt „desolaten Zustand“ des bisherigen Vorzeigeprojektes

Hutewald in der Kritik

Bewohner im Hutewald: Auerochsen (Bild) und Exmoorponys werden zur Beweidung im lichten Wald eingesetzt. Archivfoto: Dumnitz

Bodenfelde. Das Hutewald-Projekt im Reiherbachtal bei Nienover sei für Besucher in einem „desolaten Zustand“. Das sagte der Bodenfelder Lokalpolitiker Frank Strautmann in einer öffentlichen Sitzung des Gemeinderates. Er mahnte den zunehmenden Verfall des einstigen Vorzeigeprojektes an.

Strautmann sprach von „verfallenen Schildern“, von „zerbrochenen Holzbauteilen an einer Aussichtsplattform“ und von „vielen unschönen Stellen“ innerhalb des Areals, das von den Niedersächsischen Landesforsten (Braunschweig) betrieben und von Mitarbeitern des Zweckverbandes Naturpark Solling-Vogler (Neuhaus) betreut wird.

Als Vorsitzender des Bodenfelder Gemeinderates forderte Klaus Glaesner (Wählergemeinschaft Neue Gruppe), dass die Beobachtungen von Strautmann möglichst bald von Bürgermeister Mirko von Pietrowski dem Naturpark-Büro gemeldet werden sollen, damit man Abhilfe schaffen könne. Schließlich locke das Beweidungsprojekt im lichten Eichenwald viele Touristen und Wanderer an, die doch eine intakte Infrastruktur vorfinden sollten, so Glaesner.

Schinkeltrift

Ratsmitglied Arnold Stüber (SPD) war ebenso der Ansicht, dass das Hutewald-Areal an vielen Stellen in „keinem schönen Zustand“ sei. Auch er beobachte diese Entwicklung kritisch.

Stüber mahnte zudem den schlechten Zustand der Schinkeltrifftstraße als eine der Zuwegungen zum Hutewald-Projekt und zum rekonstruierten Mittelalterhaus sowie den Jagdschloss-Areal an.

Derzeit sei der Weg an manchen Tagen nur in Gummistiefeln begehbar. Er schlug vor, dass man den zuletzt asphaltierten Weg im Gemeindegebiet des Fleckens mit Sandsteinen pflastern könnte.

Eine rustikale Pflasterung würde zum mittelalterlichen Ambiente des rekonstruierten Bäckerhauses und des Schlosses passen, meinte er. Zur Finanzierung sagte Stüber hingegen nichts.

Die Verwaltung des Fleckens nahm die Äußerungen der Ratsmitglieder zur Kenntnis und will die Kritikpunkte bei den Verantwortlichen ansprechen. (jde)

DAS SAGT

Forstamtsleiter Walter Hennecke:

Den nicht überall schönen Zustand haben wir auch erkannt. Aber wir sind in einer Umbruchphase. Die Landesforsten lassen nach der Erweiterung des Areals ein Konzept erarbeiten, um den Hutewald für Besucher noch besser erlebbar zu machen. Das Hutewald-Projekt im Reiherbachtal gehört jetzt außerdem in die Naturtalent-Reihe der Landesforsten. Das sind insgesamt zwölf Projekte, die zum Walderlebniskonzept gehören wie etwa die Wildparks Neuhaus und in Springe. Verbessert werden soll im Hutewald die Infrastruktur für Gäste, dazu gehört auch die Besucherlenkung und die Erneuerung von Infotafeln.

Ziel der Bemühungen soll sein, dass der Hutewald noch besser erlebbar werden soll. Pro Jahr investieren die Landesforsten für Unterhaltung und Personal rund 50 000 Euro. (jde)

DAS SAGT Naturpark-Geschäftsführer Kurt Hapke:

Wir vom Zweckverband sind froh, dass die Landesforsten jetzt Träger des Hutewaldes sind. Die haben nicht nur durch die Erweiterung des Areals mit rund 200 000 Euro enorm viel Geld investiert, sondern auch in die Unterhaltung und teilweise Erneuerung von rund acht Kilometer Zaun. Das derzeit etwas im Argen liegt, ist uns klar. Wir betrachten das Meckern als konstruktive Kritik. Vielleicht schaffen wir ja erste Abhilfe noch im Januar. Im Hutewald ist an vielen Stellen Holz verwendet worden, da muss im Laufe der Zeit immer mal was ausgetauscht und erneuert werden. Der intakte Zaun sorgt für Sicherheit auf beiden Seiten, jetzt geht es an die Infotafeln.

Ich rechne damit, dass wir - sobald das neue Konzept vorliegt - vielleicht noch Ende 2016 mit der Umsetzung beginnen können. Für Besucher (Touristen und Einheimische) kommt es aber aktuell zu keinerlei Einschränkungen. (jde)

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