Treffen einer Internetgemeinschaft

Im Grillparadies Schönhagen wurde jeder satt

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Schönhagen. Ein Grillstportverein aus dem internet traf sich am Wochenende in Schönhagen. Gastgeber war Daniel Utermöhle.

Vor der Mehrzweckhalle sieht es aus wie in der Grill-Ausstellung und die Luft ist erfüllt von aromatischem Rauch. Drinnen steht die Wurstmaschine direkt neben dem Craft-Bier. Alle haben gute Laune. Grillsportler von Kiel bis Landsberg am Lech sind bei Daniel Utermöhle in Schönhagen zu Gast.

Grillen, Wurst machen, Wokken und gemeinsam zu essen und zu trinken scheint eine entspannende Tätigkeit zu sein. Das mag am selbst gebrauten Craft-Bier liegen, das einer der Grillfreunde mitgebracht hat, aber auch daran, dass Grillen und Räuchern eben Zeit braucht.

Daniel Utermöhle hat die Grillsportler zum Offlinetreffen eingeladen. Alle gehören zum Grillsportverein, einer Gemeinschaft im Internet, die bis zu acht mal jährlich an verschiedenen Orten im ganzen Bundesgebiet zusammenkommt, um gemeinsam ihrer Leidenschaft zu frönen.

20 Teilnehmer wären schon cool gewesen, sagt Utermöhle, jetzt sind es einschließlich der zehn Mitglieder aus dem Uslarer Land 50 Männer und ein paar Frauen. Angesichts der großen Gästeschar hat er die Mehrzweckhalle gemietet, um alle unterbringen zu können und auch noch Räume zu haben, in denen gemeinsam das Essen produziert wird.

Die Zutaten, vom Fleisch und Fisch bis zum Schweineblut und Gemüse, diverse Grillgeräte und Smoker zum Räuchern, Fleischwölfe und was man sonst noch so zum Wursten braucht, haben alle selbst mitgebracht. Das gilt auch für die Gewürze für die Rum-Knoblauch-Mettwurst, die Utermöhle abgewogen hat, das Fleisch dafür steht schon bereit.

Die werde natürlich nicht an diesem Wochenende gegessen, sagt der passionierte Grillspezialist. Dafür aber die drei Sorten Bratwürste, die man gemeinsam produziert hat. Die Coburger Bratwurst etwa, die über Kiefernzapfen gegrillt wird, oder die Gedächtnisbratwurst. Sie ist einem im letzten Jahr verstorbenen Vereinsmitglied gewidmet und mit Chilis und Mangos angereichert.

Im Prinzip, sagt Daniel Utermöhle, sei man das ganze Wochenende am Essen und Zubereiten. Jeder grille oder räuchere so viel, wie er verzehren kann. Es werde nichts weggeworfen, sogar die Haut vom selbstgebeizten Lachs sei kross gebraten zum Rührei eine Delikatesse.

Ist ein Gericht fertig, wird es herumgereicht, damit alle probieren. Wie gerade die dünnen Scheiben vom eben noch auf dem Grill befindlichen Flankensteak vom Rind. Die „Porkneak Burnt Ends“ von Sabine und Ralf Räuber aus Hannover sind noch nicht ganz soweit. Aber der letzte Zubereitungsschritt lockt schon Zuschauer. Die in Aluschalen angeschmorten Schweinenackenenden werden mit Barbecuesoße, Butter und Bier übergossen und darin gewendet, bevor sie zugedeckt wieder in den Smoker kommen, um dort noch eine halbe Stunde weiter zu garen.

Ganz wichtig für die Grillsportler: Jedes Gericht wird genau dokumentiert, jeder Teller fotografiert, bevor er serviert wird. Die Bilder werden in das Forum des Vereins im Internet hochgeladen. Hier gibt es auch viele Tipps zur Zubereitung.

Als Timo Neuhaus aus dem Siegerland mit einem großen Messer ein kleines Wachtelei aufschlägt, um es in einen Dutch Oven gleiten zu lassen, zücken alle die Kameras. Schließlich handelt es sich bei dem gusseisernen Gefäß auf drei Beinen in Schnapsglas-Größe angeblich um den kleinsten Dutch Oven der Welt. Der wird jetzt auf eine Stahlplatte gestellt, und ganz vorsichtig mit drei glühenden Grillbriketts umgeben, damit das Ei garen kann.

VON GUDRUN PORATH

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