Tüv-Bilanz: Immer mehr dicke Mängel

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Fahrwerkskontrolle: Bei einer Hauptuntersuchung gehört das zum festen Programm. Unser Bild zeigt Marcus Brechler, Leiter der Tüv-Station Uslar bei der Arbeit.

Uslar. Es gibt viele Autos ohne Mängel und auffallend mehr Fahrzeuge mit erheblichen Mängeln - so lautet die Tüv-Bilanz in Uslar.

So krass wie vor zwei Jahren war es 2011 nicht: Marcus Brechler greift in einen Pappkarton und holt eine rostige und vor allem zweigeteilte Bremsscheibe hervor.

Dieses Teil, das so lange in einem Auto eingebaut blieb, bis es auseinanderfiel und der Tüv den Wagen und seinen Halter schied, ist mahnende Erinnerung.

Vergangenes Jahr musste Brechler beim Tüv in Uslar kein Fahrzeug wegen solch lebensgefährlicher Mängel stilllegen. Im Fachjargon heißt das „verkehrsunsicher“.

Positiv war aus Sicht des Tüv der Anteil von 36,5 Prozent der im vorigen Jahr in Uslar vorgeführten Fahrzeuge, die ohne Mängel die Plakette aufgeklebt bekamen. 44,7 Prozent der Autos, die im Vorjahr zur Hauptuntersuchung fuhren, hatten geringe Mängel. Immerhin 18,7 Prozent hatten aber erhebliche Mängel, berichtet der Tüv in seiner Uslar-Bilanz. Das bedeutete für die Halter, die Mängel an ihren Fahrzeuge schleunigst zu beseitigen, um die Plakette zu bekommen.

Allerdings schweigt sich der Tüv über die Anzahl der vorgeführten Wagen im vergangenen Jahr in Uslar aus. Der Leiter der Uslarer Station spricht lediglich von „mehreren 1000 Fahrzeugen“ und „allen möglichen Arten von Untersuchungen“.

Uslar liegt im Trend

Die Uslarer Zahlen liegen aber grundsätzlich im Trend, heißt es. Der ist gegenläufig: Es gibt viele Autos ohne Mängel und auffallend mehr Fahrzeuge mit erheblichen Mängeln. Uslars Tüv-Chef Brechler erklärt das Phänomen damit, dass die Hersteller Autos bauen, die auch nach vielen Jahren noch ohne Mängel unterwegs sind.

Auf der anderen Seite kümmerten sich viele Autofahrer zu wenig um die Technik ihres Fahrzeugs. Und viele scheuten auch aus Kostengründen regelmäßige Werkstatt-Termine. Brechler: „Das ist ein Fehler.“ Denn wer sich um ein Auto kümmere und es regelmäßig in einer Fachwerkstatt warten lasse, könne der Hauptuntersuchung gelassen entgegensehen.

Die meisten Mängel gibt es an den Lichtanlagen und an der Elektrik. Außerdem wird häufig der Zustand der Bremsen, der Achsen und der Reifen beanstandet.

An Wartung nicht sparen

Laut Tüv gilt: Je älter die Fahrzeuge werden, desto mehr von ihnen bekommen im ersten Anlauf keine Tüv-Plakette. Daher rät der Tüv allen Autofahrern, an Wartung und Pflege nicht zu sparen, um die Sicherheit auf den Straßen zu gewährleisten. Als Orientierung gibt der Tüv folgende Zahlen bekannt: Die durchschnittliche Laufleistung, die neben dem Alter auch als Ursache für Mängel angesehen wird, liegt bei den drei Jahre alten Autos bei 52 656 Kilometern, bei den elfjährigen Wagen bei 133 528 Kilometern.

Zum Schluss ein Tipp vom Tüv: Wer noch mit rosafarbener Plakette unterwegs ist, sollte sich sputen, denn mit dem Jahreswechsel ändert sich die Farbe der „fälligen Plaketten“ auf Grün. Dann ist nach spätestens zwei Monaten ein Bußgeld fällig, später gibt es Punkte in Flensburg. (fsd)

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