Franziska Penner aus Uslar will sich nach dem Abi in Ghana engagieren

Für ein Jahr nach Afrika

Der Abschied naht: Für ein Jahr will Franziska Penner Uslar für einen entwicklungspolitischen Freiwilligendienst in Ghana den Rücken kehren. Foto: Schmidt-Hagemeyer

Uslar. Im Moment lebt Franziska Penner (20) im Gefühls-_ chaos. Einerseits ist die 20-Jährige gespannt auf ein Jahr in Ghana, andererseits vermisst sie Familie und Freunde jetzt schon. „Aber die Freude überwiegt“, sagt die junge Frau.

Denn Afrika war schon immer ihr Traum. „Land und Kultur interessieren mich“, erklärt die Uslarerin, die gerade ihr Abitur gemacht hat. Die Idee, den Kontinent über einen Freiwilligendienst kennenzulernen, verfolgt sie schon länger. Nach dem Besuch der IGS Bodenfelde ist sie an eine Gesamtschule nach Göttingen gewechselt und während der Oberstufenzeit auf das Afrikaprojekt des ASC Göttingen gestoßen.

Doch die Bewerbung scheiterte beim Landessportbund. „Da ist ein bisschen ein Traum zerplatzt“, erinnert sich Franziska Penner, die allerdings nicht aufgab und erfuhr, dass die Organisation „KulturLive“ auch „Weltwärts“-Projekte in Ghana unterstützt.

Vorfreude wächst

Für die Bewerbung musste die Uslarerin in englischer Sprache erklären, warum sie nach Ghana möchte. Es folgte ein anstrengender Auswahltag mit Probeunterricht auf Englisch, der Amtssprache in Ghana.

Nachdem auch diese Hürde genommen war, durfte Franziska Penner mit vier anderen jungen Leuten zur Vorbereitungswoche. Besonders spannend war für sie der Vortrag eines Freiwilligen, der vor zwei Jahren in Ghana war und über seine persönlichen Erfahrungen berichtete. „Seitdem habe ich noch mehr Lust auf das Jahr in Afrika“, erzählt Franziska Penner.

Inzwischen hat die 20-Jährige die nötigen Impfungen – zum Beispiel gegen Gelbfieber – hinter sich gebracht und das Visum beantragt. Jetzt steht fest: Am 30. August startet der Flieger von Hannover über Amsterdam nach Westafrika. Von Ghanas Hauptstadt Accra geht es weiter nach Nkwanta an der Grenze zu Togo.

Dort wird die Uslarerin zusammen mit einer anderen Freiwilligen wohnen und für ein Projekt, das Frauen und Mädchen Bildung ermöglichen soll, arbeiten. „In Afrika gibt es oft Lehrermangel“, berichtet die 20-Jährige. Darum werden Assistenzlehrer gebraucht. Sie soll Englisch unterrichten, könne aber auch eigene Stärken, zum Beispiel beim Sport- oder Kunstunterricht, einbringen.

Franziska Penner freut sich darauf, auf diese Weise ein soziales Projekt unterstützen zu können und ein anderes Land zu erleben. Dabei hofft sie, von den Erfahrungen auch persönlich zu profitieren.

„Mit ist es wichtig, über den Tellerrand zu schauen, eine andere Kultur kennenzulernen und einmal auf die gewohnten Konsumgüter zu verzichten“, sagt sie. „Man lernt dadurch auch sehr viel über die eigene Persönlichkeit“. (shx)

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