Uslarer Club Hobby 62 besteht seit 50 Jahren und so lange wie die Schützenhaus-Bahn

Als das Kegeln boomte

50 Jahre Kegelclub Hobby 62: Horst Gundelach (von links), Manfred Hitsch, Reinhold Ahrens, Heinz Rettberg, Hans-Georg Wieneke, Siegfried Porath, Sigmar Lippert und Günther Kaffka. Foto: nh/privat

Uslar. Pudel, alle Neune oder Acht ums Vordereck: Damit haben die Mitglieder des Kegelclubs Hobby 62 viel Spaß gehabt. Das 50-jährige Bestehen wurde im Mai gefeiert und bot zugleich Anlass, auf 50 Jahre Kegelgeschichte in Uslar zurückzublicken.

Für die Kegler in Uslar war der 17. Mai 1962 ein großer Tag. Die Kegelbahn im Schützenhaus wurde eingeweiht und auch rund 20 Angestellte der Sollinger Hütte waren dabei, um auf der neuen Bahn Probe zu kegeln. „Das Interesse war groß, viele hatten auch noch nie gekegelt und am Ende hatten wir 17 Personen auf der Liste, die in einem Club mitkegeln wollten“, erinnert sich Siegfried Porath, neben Heinz Rettberg das einzige Gründungsmitglied, das heute noch zum Club gehört. Ein Name war schnell gefunden: Hobby sollte der neue Verein heißen, das Gründungsjahr ebenfalls Bestandteil des Namens sein.

Die wichtigste Funktion im Vorstand hatte der Kassierer inne: Da alle Hobby-Mitglieder noch nicht lange kegelten, wurden viele „kostenpflichtige“ Figuren wie Pumpen (kein Kegel fällt) geworfen, für die man neben dem Mitgliedsbeitrag extra zu zahlen hatte. Kegeln erlebte in den 1960er-Jahren in Uslar einen richtigen Auftrieb, so dass 1965 die Uslarer Keglervereinigung gegründet wurde, die bis 1990 regelmäßig Stadtmeisterschaften veranstaltete und für den jährlichen Keglerball verantwortlich war.

Ball mit den Flamingos

Das gesellschaftliche Ereignis wurde mit Live-Musik der Tanzband „Flamingos“, in der die drei Hobby-Kegler Horst Gundelach, Franz Fischperer und Udo Leßner spielten, groß gefeiert, denn alle Clubs im Uslarer Stadtgebiet beteiligten sich daran.

Feiern war überhaupt ein wichtiger Bestandteil im Hobby-Jahreskalender. Unvergessen sind allen Mitgliedern die Himmelfahrtswanderungen mit dem Bollerwagen, bei denen schonmal spontan ein Baum geschlagen, eingegraben und, mit einem Bierglas als Lot, als Fahnenmast gerade aufgestellt wurde. Seit den 1970er-Jahren wurden dann Kegelfahrten veranstaltet und gemeinsam die Mosel, der Rhein, das Sauerland oder sogar das europäische Ausland erkundet.

Kein Kegeln, Treffen bleiben

Immer wieder verließen Mitglieder den Kegelclub, neue kamen hinzu. Der familiäre Zusammenhalt ist geblieben. Und auch wenn heute aus alters- und gesundheitlichen Gründen schon längst nicht mehr gekegelt wird, die Hobby-62-Kegler treffen sich immer noch jeden zweiten Donnerstag. Wie schon seit 50 Jahren. (yp)

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