Fachausschuss spricht sich einstimmig gegen Investition von 217.000 Euro aus

Kein Kinderkrippen-Neubau in Bodenfelde

Bodenfelde. Im Gebiet des Fleckens Bodenfelde gibt es derzeit zwölf Plätze für unter dreijährige Kinder. Diese Platzzahl reicht nach Ansicht der Mitgliedern des Fachausschusses für Jugend, Soziales und Sport für die nächsten Jahre aus.

Deshalb empfahl der Ausschuss einstimmig, auf einen mit 217.000 Euro veranschlagten Krippenneubau im Gemeindegebiet zu verzichten.

Ein Dutzend Kleinkinder könnten bei Bedarf in den vorhandenen altersübergreifenden Gruppen des gemeindeeigenen Kindergartens in Wahmbeck und in dem evangelischen Kindergarten in Bodenfelde unterkommen, hieß es während der jüngsten öffentlichen Sitzung des Fachausschusses im Rathaus. Ein Krippenneubau für 15 Plätze sei unnötig.

Hintergrund ist der gesetzliche Anspruch auf einen Krippenplatz ab Sommer 2013. Im Bodenfelder Gemeindegebiet gebe es derzeit nicht viele Geburten. Man könne auch vor dem Hintergrund des als „Herdprämie“ bezeichneten 150-Euro-Betreuungsszuschusses für die Kleinkinder davon ausgehen, dass dieser Platzbedarf nicht ausgeschöpft werde, sagte Bodenfeldes parteiloser Bürgermeister Hartmut Koch.

Aus Sicht der Verwaltung mache ein Krippenneubau keinen Sinn, weil angesichts des gewaltigen Schuldenberges weder der Gemeindeanteil für den Neubau noch die Folgekosten für das Krippenangebot von der Gemeinde getragen werden könnten, hieß es weiter.

Als Vorsitzender des Fachausschusses sagte Reinhard Papesch (SPD), dass für eine Betreuung der Kinder bis zum dritten Lebensjahr auch Tagesmütter als Alternative infrage kämen.

Bürgermeister Koch will sich bei Bedarf auch für Kooperationen mit Kindertageseinrichtungen in der Nachbarschaft einsetzen. Aus seiner Sicht sei es durchaus denkbar, dass eine Mutter etwa in Uslar oder Wahlsburg berufstätig sei, und ihr vielleicht eher mit einem Betreuungsplatz auf dem Weg zur Arbeit geholfen wäre, sagte Reinhard Papesch zu diesem Kooperationsvorschlag. Man müsse die Situation beobachten, damit man flexibel reagieren und auf die Wünsche der Eltern je nach Bedarf eingehen könne, hieß es im Fachausschuss einmütig. (jdx)

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