Uslarer Badeland: „Keine Haftung bei Verlust“

Eberhard

Uslar. Für die Wiedereröffnung des Uslarer Badelandes werden am Dienstag, 22. Mai, im Forum des Gymnasiums die Weichen gestellt: Dort soll eine Betriebsgenossenschaft gegründet werden. Die wichtigsten Fragen dazu beantworten Vorsitzender Eberhard Otto und sein Stellvertreter Volker Fuchs vom Förderverein Uslarer Badeland.

Der Förderverein plant die Gründung einer Bürgergenossenschaft. Was soll hiermit erreicht werden?

Otto: Der Förderverein als eingetragener Verein kann das Bad als Unternehmen nicht führen. Hier bedarf es einer anderen Rechtsform. Der Förderverein hat sich für die Gründung einer Bürgergenossenschaft entschieden. Das Genossenschaftsmodell ist nicht nur altbekannt und bewährt, sondern bietet insbesondere die Möglichkeit, möglichst viele Personen einzubeziehen.

Warum haben Sie die Rechtsform einer Genossenschaft gewählt?

Fuchs: Zum einen, weil es sich um eine Geschäftsform handelt, die ein hohes Vertrauen genießt. Zum anderen, weil sich diese Rechtsform auch bei anderen Bädern in der Region, beispielsweise in Nörten-Hardenberg, schon bewährt hat.

Wie kann man Mitglied der Genossenschaft werden?

Fuchs: Es reicht eine einfache Beitrittserklärung, die später durch den Vorstand der Genossenschaft angenommen wird.

Wie hoch ist der Wert eines Geschäftsanteiles und mit wie vielen Geschäftsanteilen rechnen Sie?

Otto: Der Anteilswert beträgt 50 Euro. Dieser Wert wurde bewusst gewählt, um möglichst vielen Bürgern der Region eine Beteiligung und damit die Unterstützung des Vorhabens zu ermöglichen. Die Region kann durch die Zeichnung möglichst vieler Anteile signalisieren, welche Bedeutung das Badeland für Uslar hat. Dies ist auch ein Zeichen für die ehrenamtlich Tätigen, die sich bislang für das Projekt eingesetzt haben. Ein Ziel für die Zeichnung von Geschäftsanteilen haben wir uns nicht gesetzt, wenngleich wir schon Wünsche haben. Wir hoffen, dass diese Wünsche mit der Gründungsversammlung am 22. Mai erfüllt werden.

Wie viele Geschäftsanteile können gezeichnet werden?

Fuchs: Es können von jedem Interessenten beliebig viele Anteile an der Bürgergenossenschaft erworben werden.

Haften die Mitglieder der Genossenschaft für Verluste des Badbetriebes?

Otto: Ausdrücklich nicht! Hierauf haben wir von Anfang an Wert gelegt. Eine solche Verpflichtung wird über die Satzung der Genossenschaft ausdrücklich ausgeschlossen. Es handelt sich um eine einmalige Geschäftseinlage ohne weitere Verpflichtung.

Reichen die Einlagen in die Genossenschaft aus, um das Bad dauerhaft zu betreiben?

Otto: Nein, da die Einlagen der Genossenschaftsmitglieder für den Fall eines Austrittes auch zur Auszahlung zur Verfügung stehen müssen. Diese Gelder können daher nur zum kurzfristigen Einsatz, wie beispielsweise zur Vorfinanzierung von Investitionen oder zur vorübergehenden Liquiditätssicherung eingesetzt werden.

Der Förderverein Uslarer Badeland wirbt auch um die Übernahme von Patenschaften für das Bad. Worin liegt der Unterschied zwischen der Patenschaft und dem Beitritt zur Genossenschaft?

Fuchs: Die Genossenschaftseinlage ist eine einmalige Zahlung, um die Rechtsform der Genossenschaft zu gründen und das künftige Betriebsmodell zu ermöglichen. Die durch den Förderverein erbetenen Patenschaften sind für eine auf Dauer angelegte Unterstützung des Badbetriebes gedacht. Wer mit einem kleinen Betrag dauerhaft helfen will, dem empfehlen wir die Mitgliedschaft im Förderverein Uslarer Badeland e.V., der Mitgliedsbeitrag beträgt hierbei 2 Euro monatlich.

Kann man auch Mitglied der Genossenschaft werden, wenn man nicht an der Gründungsversammlung teilnimmt?

Otto: Selbstverständlich, ein Beitritt ist auch später möglich. Dennoch erhoffen wir uns viele Teilnehmer an der Gründungsversammlung, da wir dieses sowohl als ein Aufbruchsignal, wie auch die Unterstützung der bisher geleisteten und künftig noch verstärkt zu leistenden ehrenamtlichen Arbeit sehen. Für Interessenten, die später der Genossenschaft beitreten möchten, werden wir noch Ansprechpartner in allen Ortsteilen benennen.

Wer handelt für die Genossenschaft?

Otto: Die Gründungsversammlung wird nach dem Einschreiben in die Mitgliederlisten in die erste Generalversammlung der Bürgergenossenschaft übergehen. Die Generalversammlung wählt den geschäftsführenden Vorstand und den Aufsichtsrat der Genossenschaft.

Welche Schritte sind als nächstes geplant?

Otto: Vorrangiges Ziel ist die Absicherung des Betriebsdefizites durch die Gewinnung von Paten für das Badeland. Wenn sich eine ausreichende Zahl von Paten zum Erhalt des Badelandes als bedeutende Einrichtung unserer regionalen Infrastruktur bekannt hat, müssen die vorbereitenden Arbeiten für die Wiederinbetriebnahme zügig aufgenommen werden.

Welches sind die vordringlichsten Aufgaben der Genossenschaft?

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Gesucht: Paten für das Uslarer Badeland

Fuchs: Die Bürgergenossenschaft Uslarer Badeland hat zunächst die wichtige Aufgabe, die vertraglichen Vereinbarungen mit der Stadtwerke Uslar GmbH als Eigentümer des Badelandes und der Stadt Uslar als Zuschussgeber auszuhandeln, um damit die Grundlage für das weitere Vorgehen zu schaffen. Daneben gilt es, qualifiziertes Personal für den Badbetrieb zu finden. Nur mit engagierten Mitarbeitern lässt sich das ehrenamtliche Genossenschaftsmodell für das Badeland realisieren. (fsd)

Gründung am 22. Mai

Die Gründungsversammlung für die Bürgergenossenschaft Uslarer Badeland findet am Dienstag, 22. Mai, ab 19 Uhr im Forum des Gymnasiums statt. Weitere Informationen und der Entwurf der Satzung der Genossenschaft im Internet unter www.uslar.dlrg.de/badeland. Kontakt: Eberhard Otto, Telefon 05571-2207, Volker Fuchs, Telefon 05571-4633

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