Mitarbeiter von Therapieeinrichtung nach Bodenfelde-Doppelmord: Jan O. keine tickende Zeitbombe

Erklärungsversuche: Eberhard Ruß (von links), Jochen Buhrow, Erhard Nack und Superintendent Heinz Behrends berichteten von ihrer Therapiearbeit mit ehemaligen Drogenabhängigen. Foto: Dumnitz

Bodenfelde. Niemand habe geahnt, dass der Bodenfelder Doppelmörder Jan O. zu so einer Tat im Stande war. Darüber waren sich zwei Monate nach den Ereignissen zumindest die Mitarbeiter der christlichen Drogen-Therapieeinrichtung einig.

Sie stellten sich erstmals öffentlich den Fragen der Einwohner des 3400-Seelen-Ortes. 40 Männer und Frauen waren am Mittwochabend ins Gemeindehaus der Christus-Kirchengemeinde gekommen und hörten sich an, wie der Leiter der Drogen-Therapieeinrichtung Neues Land (Amelith), Eberhard Ruß, den mutmaßlichen Mörder der beiden Schüler Nina B. und Tobias L. beschrieb (siehe weitere Artikel in der Box).

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Therapeut Erhard Nack bestätigte den sozialen Abstieg von Jan O., ist aber davon überzeugt, dass die abscheulichen Taten nicht typisch für einen Drogenabhängigen sind. Die Sucht des Mannes sei nicht Grund für die Morde gewesen. In der Gesellschaft gebe es immer solche tickenden Zeitbomben. Die Therapiegäste des Neuen Landes seien aber nicht automatisch so unberechenbar. 205 Ex-Drogenabhängige sind nach Angaben von Andreas Loewe im Neuen Land therapiert worden. Allein 15 davon führten heute in Bodenfelde ein geordnetes Leben. Sie hätten ihren Neustart geschafft und seien Teil der Gemeinschaft geworden, sagte er auf Nachfrage.

Doppelmord in Bodenfelde

 © HNA/Dumnitz
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Polizisten der Bereitschaftspolizei Göttingen steigen am Montag vor dem Feuerwehrhaus in Bodenfelde aus ihren Autos. © dapd
Einsatzkräfte der Polizei und der Feuerwehr bauen Beleuchtung für die Spurensicherung auf. © dapd
In unwegsamem Gelände sind am Sonntagnachmittag nahe des Mühlengrabens in Bodenfelde die zwei Leichen gefunden worden. © Dumnitz/Schmidt-Hagemeyer
Ein Polizist geht über eine Wiese zu einem Bach, in dessen Nähe die Leichen der zwei Jugendlichen gefunden wurden. © dapd
Ein Mitarbeiter der Spurensicherung sucht neben einem Bach am Rande eines Wäldchens. © dapd
In unwegsamem Gelände sind am Sonntagnachmittag nahe des Mühlengrabens in Bodenfelde die zwei Leichen gefunden worden. © Dumnitz/Schmidt-Hagemeyer
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In unwegsamem Gelände sind nahe des Mühlengrabens in Bodenfelde die zwei Leichen gefunden worden. © Dumnitz/Schmidt-Hagemeyer
Polizeiautos stehen nach dem Fund in Bodenfelde. © Dumnitz/Schmidt-Hagemeyer
Anwohner stehen zusammen nachdem die beiden Jugendlichen gefunden wurden. © Dumnitz/Schmidt-Hagemeyer
In unwegsamem Gelände sind nahe des Mühlengrabens in Bodenfelde die zwei Leichen gefunden worden. © Dumnitz/Schmidt-Hagemeyer
Zwei Polizisten sichern am Sonntag Spuren nach dem Fund der zwei toten Jugendlichen. © dpa
Ein Polizeiauto steht vor dem Friedhof in Bodenfelde, nachdem in der Nähe die Leichen von zwei Jugendlichen gefunden wurden. © dpa
In unwegsamem Gelände sind  nahe des Mühlengrabens in Bodenfelde die zwei Leichen gefunden worden. © Dumnitz/Schmidt-Hagemeyer
Einsatzkräfte der Polizei und der Feuerwehr bauen Beleuchtung für die Spurensicherung auf. © dpa
Zwei Polizisten sichern am Sonntag Spuren nach dem Fund der zwei toten Jugendlichen. © dpa
Zwei Anwohner zünden am Sonntag Kerzen in Bodenfelde an. © dpa
Zwei Anwohner zünden Kerzen in Bodenfelde an. © dpa
Ein Kameramann filmt am Sonntag die Absperrung eines Tatortes in Bodenfelde, nachdem die Leichen von zwei Jugendlichen hier gefunden wurden. © dpa
Zwei Polizisten sichern am Sonntag die Absperrung des Tatortes in Bodenfelde. © dpa
Mehrere Polizisten der Spurensicherung untersuchen den Tatort in Bodenfelde im Landkreis Northeim. © dpa
Mehrere Polizisten der Spurensicherung untersuchen den Tatort in Bodenfelde im Landkreis Northeim. © dpa
Ein Kameramann filmt in Bodenfelde, nachdem die Leichen von zwei Jugendlichen hier gefunden wurden. © dpa
Anwohner zünden am Sonntag Kerzen in Bodenfelde an. © dpa
Anwohner zünden Kerzen in Bodenfelde an. © dpa
Mehrere Polizisten der Spurensicherung untersuchen den Tatort in Bodenfelde. © dapd
Ein Mitarbeiter der Spurensicherung kommt in Bodenfelde vom Mühlenbach. © dapd
Ein Mitarbeiter der Spurensicherung geht hinter einem abgesperrten Zugang zu einem Weg am so genannten Mühlenbach, der durch den Ort führt, an dem am Nachmittag zwei tote Kinder gefunden worden sind, während im Hintergrund die Ausleuchtung durch die Spurensicherung zu sehen ist. © dapd
Polizisten stehen am Sonntag in Bodenfelde am abgesperrten Zugang zu einem Weg am sogenannten Mühlenbach. © dapd
Anwohner haben Kerzen in Bodenfelde angezündet. © dapd
Die beiden Jugendlichen gingen auf die Heinrich-Roth-Gesamtschule. © dapd
Ein Polizeiwagen steht am Montag in Bodenfelde vor der Heinrich-Roth-Gesamtschule. Nach dem Fund der Jugendlichen, die Schüler der Gesamtschule waren, dauern die Ermittlungen an. © dapd
Das Foto vom zeigt ein Ortseingangsschild von Bodenfelde. © dapd
Das Foto zeigt ein Ortseingangsschild von Bodenfelde. © dapd
Bei einer Pressekonferenz geben Polizei und Staatsanwaltschaft erste Informationen zu den Mordfällen. © Oschmann
Bei einer Pressekonferenz geben Polizei und Staatsanwaltschaft erste Informationen zu den Mordfällen. © Oschmann
Bei einer Pressekonferenz geben Polizei und Staatsanwaltschaft erste Informationen zu den Mordfällen. © Oschmann
Bei einer Pressekonferenz geben Polizei und Staatsanwaltschaft erste Informationen zu den Mordfällen. © Oschmann
Bei einer Pressekonferenz geben Polizei und Staatsanwaltschaft erste Informationen zu den Mordfällen. © Oschmann
Bei einer Pressekonferenz geben Polizei und Staatsanwaltschaft erste Informationen zu den Mordfällen. © Oschmann
Bei einer Pressekonferenz geben Polizei und Staatsanwaltschaft erste Informationen zu den Mordfällen. © Oschmann
Bei einer Pressekonferenz geben Polizei und Staatsanwaltschaft erste Informationen zu den Mordfällen. © Oschmann
Bei einer Pressekonferenz geben Polizei und Staatsanwaltschaft erste Informationen zu den Mordfällen. © Oschmann
Bei einer Pressekonferenz geben Polizei und Staatsanwaltschaft erste Informationen zu den Mordfällen. © Oschmann
Bei einer Pressekonferenz geben Polizei und Staatsanwaltschaft erste Informationen zu den Mordfällen. © Oschmann
Bei einer Pressekonferenz geben Polizei und Staatsanwaltschaft erste Informationen zu den Mordfällen. © Oschmann
Bei einer Pressekonferenz geben Polizei und Staatsanwaltschaft erste Informationen zu den Mordfällen. © Oschmann
Zahlreiche Ü-Wagen von Fernsehteams aus ganz Deutschland sind zurzeit in Bodenfelde. © Oschmann
Zahlreiche Fernsehteams aus ganz Deutschland sind zurzeit in Bodenfelde. © Oschmann
Bei einer Pressekonferenz geben Polizei und Staatsanwaltschaft erste Informationen zu den Mordfällen. © Oschmann
Bei einer Pressekonferenz geben Polizei und Staatsanwaltschaft erste Informationen zu den Mordfällen. © Oschmann
Bei einer Pressekonferenz geben Polizei und Staatsanwaltschaft erste Informationen zu den Mordfällen. © Oschmann
Bei einer Pressekonferenz geben Polizei und Staatsanwaltschaft erste Informationen zu den Mordfällen. © Oschmann
Bei einer Pressekonferenz geben Polizei und Staatsanwaltschaft erste Informationen zu den Mordfällen. © Oschmann
Ein Polizist in Wathose verlässt in Bodenfelde den Ort, nahe dem die Leichen von zwei Jugendlichen gefunden wurden. © dpa
Mit Kerzen und Blumen wird in Bodenfelde der zwei ermordeten Jugendlichen aus dem Ort gedacht. © dpa
Reste von Flatterband der Polizei liegen am Montag nahe des Fundortes in Bodenfelde am Boden. © dpa
Reste von Flatterband der Polizei hängen nahe des Fundortesim Gebüsch. © dpa
Reste von Flatterband der Polizei hängen am Montag nahe des Fundortes in Bodenfelde. © dpa
Das Umfeld des Fundortes in Bodenfelde. © dpa
Reste von Flatterband der Polizei hängen am Montag nahe des Fundortes in Bodenfelde. © dpa
Mordopfer Nina B. © dpa
Mordopfer Tobias L. © dpa
Kerzen stehen am Montag (22.11.2010) nahe der Fundstelle an der tags zuvor die Leichen von zwei Jugendlichen in Bodenfelde gefunden wurden. © dpa
 © Dumnitz
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 © dpa/Rampfel
 © dpa/Rampfel
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Superintendent Heinz Behrends moderierte das Gespräch und zollte den Bodenfeldern Respekt ob der gemeinschaftlichen Trauerarbeit nach dem Doppelmord.

Jetzt soll es weitere Gespräche geben, hieß es am Mittwoch. Ab dem 12. Februar steht das Hofcafé des Neuen Landes für Begegnung offen. Und am 18. Februar will die freikirchliche Gemeinde Bodenfelde ab 18 Uhr in ihren Räumen an der Privatstraße der Frage nachgehen, was zu tun ist, um in Bodenfelde ein Zeichen der Hoffnung zu setzen. (jdx)

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